Köln (SID) - Anni Friesinger-Postma hat ihre Karriere beendet. Die dreimalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin und 16-malige Weltmeisterin gab diese Entscheidung am Mittwoch in einem von ihrem Manager Klaus Kärcher verfassten Statement bekannt. "Wer mich kennt, weiß, dass ich alles dafür gegeben habe, um bei der WM in Inzell noch einmal am Start stehen zu können", wird Friesinger-Postma zitiert: "Ich muss jetzt aber anerkennen, dass es mein Kniegelenk nicht zulässt, weiter Hochleistungssport zu betreiben. Natürlich ist dieser Schritt nicht einfach, aber ich freue mich jetzt auch auf die Aufgaben, die vor mir liegen, und werde diese mit vollem Elan angehen".

Nach der schweren Operation am rechten Knie im März 2010 hatte sich die 33-Jährige umgehend in Rehabilitation begeben, um sich ihren Traum von einer WM-Teilnahme 2011 in Inzell doch noch zu erfüllen. In den letzten Tagen und Wochen war dann aber klar geworden, dass eine verantwortungsvolle Behandlung keine weiteren Höchstbelastungen des Kniegelenks mehr zulässt.

Eicher: "Eine vernünftige Entscheidung"

Chef-Bundestrainer Markus Eicher war nicht überrascht von der Entscheidung: "Ich kenne Anni von Geburt an, war mit ihren Eltern befreundet. Ich wusste von ihren gesundheitlichen Schwierigkeiten auch nach den wiederholten Operationen." Es sei schade, "dass sie zurücktritt, aber ich glaube, es ist eine vernünftige Entscheidung, und ich akzeptiere es. Denn es gibt ein Leben nach dem Sport."

Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), lobte seine langjährige Ausnahmesportlerin in den höchsten Tönen: "Sie ist für den Eisschnelllauf national wie international eine hervorragende Botschafterin gewesen und hinterlässt eine schwer zu schließende Lücke." DESG-Sportdirektor Günter Schumacher sprach von einer "charmanten Ausnahmeathletin mit einem einmalig hohen Erfolgsanspruch, die ungern Kompromisse einging, sich trotz immer wechselnder Bedingungen nicht verbiegen ließ und immer ihrem Charakter treu blieb".

Dr. Volker Smasal, der langjährige Vertrauensarzt der Athletin, unterstützte die Entscheidung der Athletin ebenfalls: "Es war klar, dass auf Anni Friesinger-Postma eine sehr lange Rehabilitationszeit zukommen würde. Wir sind nach der Operation die Nachbehandlung und Rehabilitation immer so angegangen, dass Anni sich ihren Traum von einer Teilnahme bei der Heim-WM in Inzell möglicherweise erfüllen kann."

Man habe immer gewusst, dass dieser Weg äußerst schwierig würde und nur bei optimalem Verlauf und besten Umfeldbedingungen bewältigt werden könnte. "Ich habe als Arzt aber auch die Verantwortung, dass meine Patientin Anni Friesinger-Postma nach dem Leistungssport noch ein funktionstüchtiges Gelenk und in den kommenden Jahren Spaß am Leben hat", sagte Smasal.