Köln (SID) - Vor zwei Jahren noch als Gerolsteiner Teamchef dabei, dieses Jahr nur Zuschauer bei der Tour de France: Hans Michael Holczer will ab September wieder als Lehrer an seiner alten Schule unterrichten, liebäugelt jedoch mit einer Rückkehr in den Radsport. "Wenn die Tür einen Spalt breit offen steht, komme ich mit durch" erklärte der 56-Jährige im Interview mit dem SID.

SID: "Hans Michael Holczer, vor zwei Jahren waren Sie bei der Tour de France noch als Teamchef von Gerolsteiner dabei. Wie sehr verfolgen Sie das Radrennen in diesen Tagen noch?"

Holczer: "Ich bin ausgezeichnet im Bilde, ab Freitag werde ich als VIP-Betreuer für einen Autohersteller vor Ort sein."

SID: "Es heißt, Sie würden gerne in den Radsport zurückkehren. Was ist an den Gerüchten dran?"

Holczer: "Natürlich verfolge ich den Radsport. Es gibt eine Reihe von Leuten, die das Potenzial von einst gerne wieder aufleben lassen würden. Eine Agentur ist seit drei, vier Monaten mit diesem Konzept bei Geschäftspartnern vorstellig. Wenn die Tür einen Spalt breit offen steht, komme ich mit durch, aber anklopfen werde ich nicht mehr. Ich habe zehn Jahre lang eine nicht unbedeutende Rolle im Radsport gespielt. Ich habe ein Stück weit Erfahrung und verfüge über Netzwerke. Warum sollte man das wirtschaftlich ungenutzt liegen lassen?"

SID: "Was macht Hans Michael Hoczer, wenn es damit nicht klappt?"

Holczer: "Inzwischen bin ich unter die Hobby-Radfahrer gegangen. Anfang der Woche habe ich 160 km geschafft. In neun Jahren Gerolsteiner bin ich insgesamt nicht über 300 km hinausgekommen. Ab September werde ich dann wieder als Lehrer an meiner alten Schule tätig sein. Außerdem bringe ich vorher am 4. August noch mein Buch heraus. Das trägt den Namen 'Garantiert positiv'."