Köln (SID) - Theo Zwanziger und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) läuft im Poker um eine Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw allmählich die Zeit davon. Schon am 11. August muss die Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel nach der WM bestreiten. Der Sturm der Entrüstung über den Termin für den Test in Dänemark - am Freitag beklagte sich nach Bayern-Coach Louis van Gaal auch Schalke-Trainer Felix Magath bitterlich - verlangt aber schon jetzt nach klärenden Gesprächen.

Doch die Verhandlungen zwischen Löw und Zwanziger ziehen sich hin. Der DFB-Präsident hat sich in Südafrika einen Infekt eingefangen und ist momentan nicht verhandlungsfähig. Aber auch die Krankheit kann seinen Optimismus nicht erschüttern.

Löw hat sich am Freitag erstmals nach der WM in seinem Wohnort Freiburg mit Teammanager Oliver Bierhoff, seinem Assistenten Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke getroffen, um ein erstes Sondierungsgespräch zu führen. Köpke bestätigte entsprechende Informationen der Tageszeitung Die Welt. "Es ist richtig, dass wir uns heute getroffen haben, um einige Dinge abzusprechen. Mehr gibt es aber zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen", sagte Köpke dem SID.

Trainerteam trifft sich zu Sondierungsgesprächen

Das Quartett will sich auf eine gemeinsame Linie einigen, bevor es bei DFB-Präsidenten Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach vorstellig wird, um über die neuen Arbeitspapiere zu verhandeln. Am Abend wurde Löw im Europapark Rust erwartet, wo er zur Jubiläumsfeier der Weltmeister von 1990 eingeladen war.

"Er weiß, was er am DFB hat - und er weiß, dass er mit dieser Mannschaft in der Zukunft noch einiges erreichen kann. Ich kann mir schwer vorstellen, dass er es einem anderen Trainer überlassen will, die Früchte zu ernten", sagte Zwanziger in einem Interview mit der Bild-Zeitung (Freitag-Ausgabe). Ein Gefeilsche mit Löw hält er für ausgeschlossen. "Er wird die WM mit Sicherheit nicht für abwegige Forderungen ausnutzen. Das würde überhaupt nicht seinem Charakter entsprechen", sagte Zwanziger.

Noch bis Ende des Monats, glaubt Zwanziger, könnten die Würfel gefallen sein. "Wir werden in den nächsten 14 Tagen zusammenkommen. Ich bin optimistisch, dass wir zur Präsidiumssitzung am 30. Juli eine grundsätzliche Einigung hinbekommen", sagte er.