Mende (SID) - Händeringend sucht das Team Milram einen neuen Hauptsponsor. Eine Situation, die an die des Teams Gerolsteiner vor zwei Jahren erinnert. Damals hatte Hans Michael Holczer ebenfalls fast täglich Wasserstandsmeldungen abgegeben, so wie heute Gerry van Gerwen. Einen Unterschied gab es allerdings: der sportliche Erfolg.

War das Team Gerolsteiner mit den Etappensiegen von Stefan Schumacher und dem Bergtrikot von Bernhard Kohl in aller Munde, läuft bei den Milchmännern bei der Tour de France 2010 nicht viel zusammen. Immer die falsche Gruppe, immer das falsche Hinterrad und generell immer alles falsch. Längst haben die Fahrer des Milram-Team das Image der sympathischen Verlierer erhalten.

Was die Gerolsteiner-Fahrer 2008 so schnell gemacht hatte, wurde einige Wochen später schnell klar. Cera hieß das Zauberwort. Dass über das Milram-Team im Herbst eine ähnliche Doping-Lawine rollt, ist wohl eher nicht zu erwarten. Dietrich Thurau pflegt zwar nicht immer die feine Wortwahl, aber in seiner Einschätzung steckt wohl doch viel Wahrheit. Garantiert dopingfrei sei das Milram-Team. So wie die fahren, könne das ja nicht anders sein.

Fakt ist, dass im Peloton zwei verschiedene Geschwindigkeiten gefahren werden. Ob und wie sehr die Tour noch dopingverseucht ist, bleibt spekulativ. Offensichtlich ist jedoch, dass Milram allzu oft das Nachsehen hat. Sauber abgehängt, vermutlich. Das ist nicht schön, aber ehrlich. Und ehrlich währt ja bekanntlich am längsten.