Köln (SID) - Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch muss ungeachtet seiner Klage gegen die Nichtnominierung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) auf den EM-Start in Barcelona (27. Juli bis 1. August) verzichten.

"Es ist ein Alptraum. Ich war trotz der Verletzung wieder in so guter Form und nun erhalte ich keine Chance mehr. Die Meldefrist ist überschritten, es gibt für mich keine Ausnahme. Das hat mir der Generalsekretär des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) in einem persönlichen Telefonat erklärt", sagte der WM-Sechste von Berlin 2009 dem Sport-Informations-Dienst (SID).

"Es ist enttäuschend"

Auch ein aus Behrenbruchs Sicht positives Urteil bei der Klage vor dem deutschen Sportschiedsgericht in Köln, eingebracht durch seine Frankfurter Anwältin Caroline Steurer, könnte nichts mehr ändern. "Selbst wenn ich da Recht erhalte, ist die Chance dahin. Dabei fehlen auf der Startliste so viele Leute, dass ich mir sogar eine Medaille zugetraut hatte, meine letzten Trainingswerte waren ausgezeichnet. Es ist enttäuschend, dass mich der DLV nicht unter Vorbehalt gemeldet hat."

Pascal Behrenbruch hatte Ende Mai beim Zehnkampf in Götzis/Österreich schon im 100-m-Lauf einen Anriss der Plantarsehne erlitten, dennoch mit 8069 Punkten die deutsche EM-Norm erfüllt. Die Schwere der Verletzung und Atteste von Ärzten, die allerdings von anderen Medizinern widerlegt wurden, hatten den DLV am Montag zum Verzicht auf die bereits vorläufige Nominierung Behrenbruchs erwogen.

Vorausgegangen war ein Fitness-Test, den der 25-Jährige bei den deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Braunschweig nicht bestand. Im Diskuswurf verpasste er die verlangten 63,50 m um rund einen Meter, im 110-m-Hürdenlauf leistete er sich einen Fehlstart. "Der war so krass, dass viele glaubten, ich hätte ihn extra gemacht, weil mir die Form fehlen würde. Dabei haben mir andere Tests gezeigt, dass ich sehr fit und leistungsfähig bin."