Frankfurt/Main (SID) - Ein UFO namens Torfabrik verbreitet vier Wochen vor dem Anpfiff der Bundesliga-Saison Angst und Schrecken. Vor allen Dingen die Torwarte fürchten, dass sie das ungeliebte Flugobjekt zu den Deppen der Nation machen könnte. "Wir werden viel mehr Treffer sehen und Torhüter, die bei den Bällen schlecht aussehen", sagte Coach Jürgen Klopp von Borussia Dortmund und prophezeit einen tiefen Einschnitt in die Spielkultur: "Die neue Pille ist wie eine Regeländerung durch die DFL. Als wären die Tore größer gemacht worden."

Glaubt man den Kritikern, dann scheint der Name des neuen rot-weißen Bundesliga-Einheitsballs ("Torfabrik") an jedem Spieltag zum Programm zu werden. Für Trainer Thomas Tuchel vom FSV Mainz 05 schlägt der Ball Haken, "als säße ein Kaninchen drin. Das Ding ist eine Katastrophe." Tuchel rechnet in der neuen Spielzeit mit so vielen vermeintlichen Torwart-Fehlern wie nie zuvor.

Spieler fordern neuen Ball

Präventiv und im Namen seiner Zunft forderte der Mainzer Schlussmann Heinz Müller in der Bild-Zeitung deshalb sogar schon Konsequenzen: "DFL und Adidas müssen sich zusammensetzen, wir brauchen einen Ball, der berechenbar ist. Der ist's nicht!"

Bereits bei der WM in Südafrika hatte der baugleiche "Jabulani"-Ball gleichermaßen für spektakuläre Treffer und wütende Keeper gesorgt. Italiens viermaliger Welttorhüter Gianluigi Buffon hatte ihn sogar als "Schande" bezeichnet.

Seine Kollegen geben ihm recht. "Dieser Ball ist völlig unberechenbar. Man hat keine Chance, sich einzustellen", sagte Roman Weidenfeller nach den ersten Trainingseinheiten mit der runden Wundertüte. Dem Torsteher von Borussia Dortmund schwarnt bereits Übles für die neue Runde: "Bei den Flanken von außen segeln die Torleute doch reihenweise unten durch. Dieser Ball verändert nicht nur im letzten Drittel seine Flugbahn."

"Zu perfekt"