Wolfsburg (SID) - Das Machtwort von Dieter Hoeneß schien Edin Dzeko noch immer in den Ohren zu klingen. Lustlos, unmotiviert und frustriert lief der bosnische Stürmerstar des VfL Wolfsburg am Freitag über den Trainingsplatz im österreichischen Going. Dienst nach Vorschrift hatte sich der abwanderungswillige Torjäger offenbar auf die Agenda geschrieben. Das Herzblut für seinen Arbeitgeber schien Dzeko nach dem Wechselverbot von höchster Stelle endgültig in den Adern gefroren zu sein.

"Wir haben beschlossen, die immer wieder aufkommenden Spekulationen zu beenden. Sowohl Edin Dzeko als auch Zvjezdan Misimovic werden dem VfL Wolfsburg erhalten bleiben, egal welche Angebote noch kommen", hatte der VfL-Geschäftsführungsboss Hoeneß am Vortag erklärt und gepoltert: "Es reicht. Es gibt klare vertragliche Situationen, die es zu respektieren gilt."

Auch Trainer Steve McClaren, dem der matte Trainingsauftritt seines Stars nicht entgangen war, zeigte sich mit dem zumindest von Vereinsseite verkündeten Schlussstrich zufrieden. "Es ist gut, dass diese Entscheidung gefallen ist. Es wurde zuletzt einfach zu viel geredet. Jeder muss akzeptieren, wo er ist", meinte der Engländer.

Stürmerstar droht mit Arbeitsverweigerung

Dzeko war schon am Tag vor seiner lustlosen Einheit nicht müde geworden, seine Ambitionen auf einen Wechsel zu betonen. Zuletzt stand gar eine unverhohlene Drohung auf Arbeitsverweigerung im Raum. "Mal gucken, wie ich dann spiele", soll der Stürmer in Anspielung auf eine sich schon abzeichnende Freigabe-Verweigerung gesagt haben und damit bei der VfL-Führung das Maß voll gemacht haben.

Allerdings bezeichnete Dzeko nach dem Freitag-Training die Interpretation seiner Aussage als Kampfansage Vereinsangaben zufolge als Missverständnis. "Der Satz ist nicht so gemeint gewesen. Es ist überhaupt nicht meine Art, dem Verein zu drohen. Ich wollte damit nur sagen, dass dies eine neue Situation für mich ist, die ich nicht kenne und von der ich deshalb nicht weiß, wie ich sie im Kopf verarbeite. Aber alle Leute, die mich kennen, wissen ganz genau, dass ich auf dem Platz immer versuche, 100 Prozent Leistung zu geben", sagte Dzeko in einer vom VfL verbreiteten Erklärung.

Auch Hoeneß setzte auf Schadensbegrenzung und nahm Dzeko wie den in Wolfsburg ebenfalls nicht mehr zufriedenen Misimovic mit positiven Worten in die Pficht. "Beide sind anständige Kerle. Sie werden sich an Absprachen halten", sagte der Manager nach der Krisensitzung mit McClaren und Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz.