Monte Carlo (SID) - Fünf Tage vor dem EM-Auftakt in Barcelona zündeten die Leichtathletik-Stars aus Afrika und Amerika ein Feuerwerk an Höchstleistungen bei der Diamond League in Monaco: Sechs der sieben Jahresweltbestmarken gingen an schwarze Läufer und Springer. Stärker als je zuvor werden Athleten mit dunkler Hautfarbe auch den 20. Europameisterschaften ab Dienstag in Barcelona (27. Juli bis 1. August) den Stempel aufdrücken: In 14 der 47 Disziplinen könnten sie siegen, auch Stabhochspringer Raphael Holzdeppe für das 73-köpfige deutsche Team.

Erst einmal Monte Carlo: Dort leuchtete vor allem ein neuer Stern. Der 20 Jahre alte Kenianer Silas Kiplagat steigerte sich beim ersten Europa-Start über 1500m sensationell von 3:34,28 auf 3:29,27 Minuten. Der Schützling des früheren Hindernis-Weltrekordlers Moses Kiptanui unterbot als erster Läufer in diesem Jahr die Dreieinhalb-Minuten-Barriere.

Unter den Augen von Fürst Albert drängten drei andere Athleten stärker denn je ins Rampenlicht: Jamaikas neue 400-m-Hoffnung Jermaine Gonzalez in 44,40 Sekunden, Alysia Johnson (USA) als 800-m-Siegerin in 1:57,34 Minuten und Sentayehu Ejigu (Äthiopien) in 8:28,42 über 3000m. Für Jahres-Weltbestmarken sorgten auch im Weitsprung Olympiasieger Dwight Phillips (USA) mit 8,46m, Kubas Weltmeisterin Yargelis Savigne mit 15,09m im Dreisprung - und als einziger Europäer im Hochsprung Iwan Uchow (Russland) mit 2,34m.

Yohan Blake unterbietet 20-Sekunden-Barriere

Sensationell drängte über 200m auch ein Trainingskamerad von Weltstar Usain Bolt nach vorne. Mit der Steigerung von 20,60 auf 19,78 Sekunden brachte Yohan Blake den Ex-Weltmeister Tyson Gay (USA/19,72) an den Rand einer Niederlage und unterbot 2010 als dritter Jamaikaner die 20-Sekunden-Barriere.

Über 100m entzauberte Carmelita Jeter (USA) in 10,82 Sekunden Jamaikas Star Veronica Campbell-Brown (10,98) und steht bereits vor den vier letzten Meetings als Gesamtsiegerin der Diamond League fest. 40.000 Dollar (plus einen wertvollen Pokal) hat über 200m auch Walter Dix (USA) schon sicher.

Die Weltrekordträume reiften nicht für David Oliver bei 13,01 Sekunden über 110 m Hürden und Lashinda Demus (beide USA) durch den Stolperer über 400m Hürden. Und auch zwei deutsche Asse sahen ihre Hoffnungen enttäuscht.