Köln (SID) - Der Pleitegeier kreist weiter über der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nach den Turbulenzen um die Kölner Haie, die Frankfurt Lions und die Kassel Huskies wackelt wenige Wochen vor Saisonbeginn nun sogar der deutsche Meister Hannover Scorpions.

Mit ihren Finanzproblemen, die durch den Rückzug von Eigentümer Günter Papenburg entstehen, reihen sich die Scorpions in eine lange Liste von Klubs ein, die in den vergangenen Monaten verzweifelt um ihre Zukunft in der DEL kämpfen mussten. Ein erstes Opfer hat es bereits gegeben: Die Frankfurt Lions zogen sich Anfang des Monats wegen Verbindlichkeiten in Höhe von 4,4 Millionen Euro zurück, ein Insolvenzverfahren wurde eröffnet.

"Die Situation ist mehr als dramatisch"

Zuvor hatten die Kölner Haie den Kollaps gerade noch verhindert, die Kassel Huskies, die von der DEL nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ausgeschlossen worden waren, kämpfen vor Gericht weiterhin erbittert um ihre Spielberechtigung.

Reichlich Baustellen für die Verantwortlichen der DEL, jetzt kommt mit den Problemen der Scorpions eine neue hinzu und sorgt für weitere Negativ-Schlagzeilen rund um die Liga. Das durch die berauschende Heim-WM aufpolierte Image der Sportart hat schon wieder einige neue Kratzer abbekommen.

"Die Situation ist mehr als dramatisch", hatte Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth nach dem Absprung von Papenburg gesagt. Am Freitag gab sich der 44-Jährige aber vorsichtig optimistisch. "Es bewegt sich. Wir sind auf der Suche nach einer Lösung für die Arena. Dann ist das Sportliche kein Problem", so Stichnoth. Derzeit laufen Gespräche mit der Stadt Hannover..

Saison 2010/2011 ohne Titelverteidiger?