Madrid (SID) - Felix Magath feierte seinen 57. Geburtstag ausgelassen im Kreise seiner Familie in München - auf das perfekte Geschenk wartete er am Montag vergeblich. Der von Schalke 04 heftig umworbene Weltstar Raul verkündete zwar unter Tränen seinen Abschied von Real Madrid, über den von vielen Medien als perfekt bezeichneten Wechsel zum deutschen Vizemeister verlor er aber nicht ein konkretes Wort.

"Das ist nicht der Moment, über meine Zukunft zu sprechen", sagte der 33 Jahre alte Stürmerstar im Estadio Bernabeu, wo er in den vergangenen 18 Jahren Legendenstatus erreicht hatte: "Heute bin ich noch in Madrid. Über alles andere können wir ja auch noch morgen sprechen." Immerhin gab Raul einen versteckten Hinweis darauf, wo er in Zukunft spielen wird - beim Thema Schalke lächelte er, hob danach beide Arme und sprach von einem "sehr interessanten Angebot".

Er habe mit den Königsblauen "sehr intensive Gespräche geführt". Allerdings habe er auch noch einige andere Optionen, entschieden sei aber "noch nichts". Seine Zukunft werde jedoch "in Deutschland oder England" liegen. Dann faltete Raul Gonzalez Blanco seinen Spickzettel zusammen und verließ den Presseraum - und Schalke 04 hängt weiter in der Luft.

Königblaue warten vergeblich

So sehnsüchtig erwarten die Königsblauen den wahrscheinlich größten Transfer der Klubgeschichte, dass während Rauls Äußerungen die Internetseite der Schalker zusammenbrach. Von kurz nach 13 Uhr ging über eine Stunde lang nichts mehr auf www.schalke04.de. Alle hatten auf Rauls Ja-Wort gehofft, doch das Warten nahm kein Ende.

Statt zu verkünden, wessen Trikot er künftig tragen wird, bedankte sich Raul. Überall, minutenlang. Beim Präsidenten, beim Verein, bei den Fans, am Ende sogar bei der Presse. "Ich danke für alles, für eine wundervolle Zeit, für fantastische Jahre", sagte der Rekordtorschütze der spanischen Nationalmannschaft und wischte sich Tränen aus den Augen.

Die Entscheidung über seine Zukunft legte er auch in die Hände seiner Ehefrau Mamen Sanz und der fünf Kinder: "Ich muss mich jetzt erst mit meiner Familie besprechen." Kurz zuvor hatte Real-Präsident Florentino Perez einige Abschiedsworte gesprochen. "Raul hat die Legende von Real Madrid maßgeblich mitgeschrieben", sagte der Bauunternehmer und ergänzte: "Er ist eines der größten Symbole dieses Klubs." Perez verglich den Stürmerstar anschließend mit der Real-Ikone Alfredo di Stefano.