London (SID) - Wenn die Londoner wissen wollen, wie lange es noch dauert, bis Olympia in ihre Stadt kommt, dann müssen sie nur in den Himmel schauen. "731 Days To Go" steht da am Dienstag. Noch 731 Tage. Ein 360-Grad-Laufband rund um die Spitze des Londoner Fernsehturms BT Tower zählt die Tage in großen Leuchtlettern Tag und Nacht herunter. Am Dienstag sind es noch genau zwei Jahre bis zur Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele am 27. Juli 2012.

Vom künftigen Olympiagelände aus gesehen ist der Fernsehturm im Zentrum der Stadt allerdings nur ein winziger Punkt am Horizont. Weit draußen im East End, im Osten Londons, werden die Spiele stattfinden. Die meisten der acht Millionen Londoner bekommen von den Arbeiten auf der 2,5 Quadratkilometer großen Baustelle gar nichts mit und schauen überrascht auf die Luftbilder, die in diesen Tagen in allen Zeitungen sind. "Zwei Jahre vor der Eröffnungsfeier sieht unser Olympiagelände besser aus als das in Athen zwei Monate vor dem Beginn der Spiele 2004", lobt der Independent die Organisatoren.

Coe: "Alles in Butter"

Deren Chef, Lord Sebastian Coe, sitzt deshalb auch entspannt an seinem Schreibtisch im 23. Stock eines Bürohauses, von dem aus er den künftigen Olympiapark überblicken kann. "Wir wissen, dass am Abend des 27. Juli um 20 Uhr hier eine Eröffnungsfeier stattfinden soll", sagt der zweimalige 1500-m-Olympiasieger: "Wir haben bislang jede Frist eingehalten. Wenn uns das bis zur Abschlussfeier gelingt, ist alles in Butter."

Den einzigen Druck, den er spüre, sei der, jeden Morgen in der Gewissheit aufzuwachen, dass wieder ein harter Arbeitstag vor ihm liege. Um die Größe der Aufgabe zu veranschaulichen, vergleicht Coe das Projekt Olympia gerne mit der Organisation einer Fußball-WM: "Bei einer WM gibt es etwa 30 Teams und ungefähr 60 Spiele in zehn verschiedenen Stadien. Das sind Kleinigkeiten im Vergleich zu den Aufgaben, die wir zu schultern haben. Das IOC gibt uns sieben Jahre Zeit, um 52 Weltmeisterschaften auf einmal auszurichten."

Dass die etwa 10.000 Bauarbeiter auf einem guten Weg sind, hat ihnen vor wenigen Wochen auch ein Gruppe von Inspektoren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bestätigt. Vor allem das Aushängeschild der Spiele, das 80.000 Zuschauer fassende Olympiastadion, ist bereits fast fertig. Drei Viertel aller Sitze sind angeschraubt, die Arbeiten an der Dachkonstruktion beendet, in den Flutlicht-Masten hängen die Scheinwerfer. Sogar einige der Blumenbeete, die zum Olympiapark gehören, sind bereits bepflanzt. 4000 Bäume und 300.000 Wasserpflanzen werden bald hinzukommen.

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