Hockenheim (SID) - Der Ferrari-Doppelsieg erhält durch das vermeintlich abgesprochene Überholmanöver Fernando Alonsos einen faden Beigeschmack. Die italienischen Zeitungen feiern trotzdem die Rückkehr der "Roten", während die englischen Zeitungen von einem abgekarteten Spiel schreibt.

Der Sport-Informations-Dienst (SID) hat die internationalen Pressestimmen gesammelt.

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Ferrari feiert endlich einen Erfolg, der es dem Team ermöglicht, im Rennen um den WM-Titel zu bleiben. Alonso siegt vor Massa, Red Bull ist unfähig, gefährlich zu sein, McLaren ist K.o. Das ist eine Situation, die noch vor ein paar Tagen undenkbar gewesen wäre. Ferrari ist ein Wunderteam, das die Bitterkeit der letzten drei Rennen vergessen hat. Maranello hat von Anfang an das Rennen dominiert. Niemand darf behaupten, dass Alonso seinem Teamkollegen Massa das Zepter entrissen hat. Ab einem gewissen Punkt war er schneller als Massa, Ferrari hat konsequent gehandelt."

Tuttosport: "Ferrari ist wieder da: Fantastischer Doppelsieg in Hockenheim. Alonso auf Platz eins, weil sich Massa überholen lässt. Endlich! Die Auferstehung von Ferrari nach einer langen Wartezeit. Alonsos Sieg bestätigt, dass Ferraris Leistungen stark gestiegen sind. Man kann noch nicht sagen, ob die Meisterschaft wieder offen ist. Die Leistungen müssen konstant sein, wie Red Bull bewiesen hat. Der Grand Prix in Budapest auf einer komplett anderen Strecke wird zeigen, wer der Favorit auf den WM-Titel ist."

Corriere dello Sport: "Ferrari, Sieg und Polemik. Großartiger Doppelsieg des Duos Alonso-Massa vor Vettel. Doch Alonso siegte, nachdem Massa für ihn den Weg räumen musste, dadurch ist viel Polemik entstanden. Ferrari muss jetzt eine Strafe zahlen und sich vor der FIA verantworten. In einer Saison, in der englische Teams zu oft begünstigt worden sind, ist es ein Skandal, jetzt einen Prozess gegen Ferrari zu führen. Natürlich ist es nicht schön, dass Alonso Massa überholt, man darf aber nicht vergessen, dass die Formel 1 ein Teamsport ist und das Team das Ziel hat, das bestmögliche Resultat für alle zu erreichen."

La Repubblica: "Ferraris Doppelsieg mit Skandal. Massa lässt sich von Alonso überholen. Ferrari beherrscht die Formel 1, die Dominanz der beiden roten Piloten ist offensichtlich. Red Bull, das bis vor zwei Wochen noch unerreichbar schien, ist für Ferrari wieder in greifbare Nähe gerückt. Niemand kann behaupten, dass die Formel 1 kein Teamsport ist, dahinter stecken die Arbeit von tausend Personen und die Bilanz eines riesigen Unternehmens. Wenn Alonso den WM-Titel erobern kann und Massa nicht, ist es normal, dass das Team auf den Spanier setzt."