Elversberg (SID) - Hannover 96 hat aus der peinlichen Pokalpleite des vergangenen Jahres nichts gelernt und sich erneut im ersten Pflichtspiel der Saison bis auf die Knochen blamiert. Der Fußball-Bundesligist, der vor einem Jahr in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligisten Eintracht Trier ausgeschieden war, unterlag nach torlosen 120 Minuten mit 4:5 im Elfmeterschießen beim Trierer Ligakonkurrenten SV Elversberg. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Elversbergs Aydin Zeric.

"Wenn man sich gegen einen Viertligisten Chancen erarbeitet, muss man sie auch nutzen. Es ist bitter, dass wir ausgeschieden sind", sagte 96-Trainer Mirko Slomka. Nach dem Spiel entlud sich die Enttäuschung zahlreicher mitgereister Fans in Gewalt. Knapp 100 Krawallmacher randalierten vor dem Haupteingang des Stadions. Erst ein massiver Einsatz der Polizei, die zum Teil auch Festnahmen vornehmen musste, beruhigte die Lage.

Angesichts der miserablen Leistung über weite Strecken der Partie stehen die Niedersachsen, die sich in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg retten konnten, offenbar wieder vor einer schwierigen Spielzeit. Trainer Mirko Slomka, dessen Verhältnis zu Sportdirektor Jörg Schmadtke als belastet gilt, hatte schon vor dem Auftakt in die anstehende Bundesliga-Saison am Samstag gegen Eintracht Frankfurt den Abstiegskampf ausgerufen.

Vor 2700 Zuschauern im Waldstadion an der Kaiserlinde zeigten die Niedersachen, die im Sommer aufgrund des ausgerufenen Sparkurses lediglich ablösefreie Spieler verpflichtet haben, in der Anfangsphase eine schwache Vorstellung. Es reichte für den Erstligisten lediglich zu einer Feldüberlegenheit, Chancen konnte sich Hannover nicht erarbeiten.

Gefahr gab es Mitte der ersten Hälfte nur nach Freistößen. Faysal El Idrissi für den Saarlandpokal-Sieger (23.) und der portugiesische Neuzugang Carlitos auf Seiten der Gäste zielten aber zu hoch (30.). Slomka dokumentierte seine Unzufriedenheit mit dem Auftritt seines Teams nach einer halben Stunde und schickte seine Reservespieler zum Aufwärmen.

Trotz dieser Maßnahme blieben die Offensivbemühungen der Niedersachsen bis zum Ende der ersten Hälfte harmlos. Der erste Abschnitt machte deutlich, dass die geplante Verpflichtung des Stürmers Mohamed Abdellaoue (Valerenga Oslo) aus Sicht Hannovers dringend nötig zu sein scheint.

Direkt nach dem Seitenwechsel musste Hannover zwei Schrecksekunden überstehen. Zunächst traf der Elversberger Emre Güral direkt nach dem Anstoß von der Mittellinie die Latte (46.), kurz darauf entstand eine gefährliche Situation aus dem Gewühl vor Hannovers Torwart Florian Fromlowitz (47.). Zu allem Überfluss musste Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) die Partie in der 68. Minute kurz unterbrechen, weil 96-Fans Feuerwerkskörper abbrannten. Die erste große Möglichkeit hatte Hannover durch Emanuel Pogatetz, der mit seinem Kopfball an Elversbergs Torhüter Matthias Kuhn scheiterte.