München (SID) - Karl-Heinz Rummenigge erwartet beim deutschen Rekordmeister Bayern München in den kommenden Jahren sinkende Ausgaben. "Die Spielergehälter werden europaweit gerade dramatisch gekürzt", sagte der Bayern-Vorstandschef im Interview der WirtschaftsWoche: "Es gibt jetzt schon eine Schwemme mittelklassiger Spieler auf dem Markt. Ich habe noch kein Jahr erlebt, in dem so viele Spieler von einem Verein an einen anderen ausgeliehen werden wie in diesem - zum Teil sogar kostenlos, nur, damit sie von der Gehaltsliste verschwinden."

Jenseits von Top-Spielern wie Cristiano Ronaldo und Kaka muss sich das Gros der Fußballer laut Rummenigge auf finanzielle Einbußen einstellen: "Die anderen aber haben sich schlicht im Sog der Top-Verdiener mit hoch gehangelt. Und diese Mittelklasse bricht jetzt gnadenlos ein."

Bei den Einnahmen der Bayern sieht Rummenigge, der gerade einen Rekordumsatz von 350 Millionen Euro bekanntgegeben hat, für Merchandising und Sponsoringerlöse kaum noch Zuwächse: "Ja, im Prinzip sind wir an der Dachkante angelangt. Es gibt zwar noch etwas Potenzial, aber viel mehr kann man beim Marketing und beim Merchandising kaum noch machen. Im Sponsoringbereich sind wir heute vielleicht der beste Klub der Welt. Alles zusammengerechnet nehmen wir mehr ein als Real Madrid oder selbst Manchester United."

Teuere Tickets kein Thema

Eine Erhöhung der Ticketpreise schließt er aus: "Der FC Bayern soll für alle Fans erschwinglich bleiben, der Eintritt kostet in der günstigsten Kategorie mit 7,50 Euro für Kinder und Rentner nicht mehr als eine Kinokarte."

Die einzige Chance für spürbare Einnahmensteigerungen sieht Rummenigge darin, "dass die Bundesliga als Ganzes ihre Einnahmen aus der TV-Vermarktung erhöht". Doch Rummenigge bleibt skeptisch: "Ich mache mir große Sorgen, weil es uns gemeinsam - Liga und Bezahlsender - in 20 Jahren nicht gelungen ist, Pay-TV in Deutschland wirklich zu etablieren."

Insbesondere den Bezahlsender Sky kritisiert er: "Die haben den Fehler gemacht - und das fing schon zu Zeiten von Georg Kofler an -, die Leute praktisch zu Abos zwingen zu wollen, indem sie Sport mit Filmen koppeln."