Kohler/Wisconsin (SID) - Bernhard Langers Nachfolger Martin Kaymer fasste sich ungläubig an den Kopf, zeigte kurz die Faust und flüchtete dann in die Arme seiner Freundin: Als der neue Golfstar aus Mettmann mit dem Triumph bei der 92. US-PGA-Championship deutsche Sportgeschichte geschrieben hatte, wusste er zunächst nicht so recht wohin mit seinen Gefühlen. "Ich kann das noch gar nicht fassen. Ich habe Gänsehaut, wenn ich nur darüber spreche", sagte der 25-Jährige, der mit dem ersten Major-Sieg eines Deutschen seit Langer 1993 beim US Masters seinen Gipfelsturm fortgesetzt hatte.

Nicht einmal vier Jahre benötigte Kaymer, um vom Tour-Debütanten zum jüngsten Major-Champion seit Tiger Woods aufzusteigen. Als erst zweiter Deutscher nach dem zweimaligen US-Masters-Sieger Bernhard Langer (1985, 1993) gewann der Rheinländer eines der großen vier Turniere im Golf. Der Lohn: Ein Preisgeld von 1,35 Millionen Dollar, der Sprung auf Platz fünf der Weltrangliste und die erstmalige Qualifikation für den Ryder Cup Anfang Oktober in Wales gegen Titelverteidiger USA.

Herzschlagfinale im Stechen

"Es gibt nicht Größeres für einen Golfer, als ein Major-Turnier zu gewinnen", sagte Kaymer: "Es wird wohl eine Weile dauern, bis ich begreife, was hier passiert ist." In einem Herzschlagfinale hatte er sich auf dem Par-72-Platz in Kohler im US-Bundesstaat Wisconsin im Drei-Loch-Stechen gegen den Amerikaner Bubba Watson durchgesetzt. Als erst zweiter Europäer nach dem Iren Padraig Harrington (2008) nahm Kaymer die Wanamaker-Trophy entgegen und wurde fast ein bisschen verlegen: "Wow, das ist echt cool, meinen Namen jetzt neben so Legenden wie Jack Nicklaus oder Arnold Palmer zu sehen."

Als sich die erste Euphorie ein wenig gelegt hatte, blickte der 25-Jährige nach vorn: "Ich hoffe, ich kann den Golfsport in Deutschland durch meinen Sieg noch populärer machen." Als Kind habe er Bernhard Langer bewundert, der ihn angespornt habe, sagte Kaymer: "Ich hoffe, ich kann die Teenager jetzt genauso inspirieren wie das Bernhard getan hat."

"Dass Martin Kaymer einen solchen Sieg schon in seinem vierten Jahr auf der Profitour verzeichnen kann, ist einfach unbeschreiblich. Für Golfdeutschland und vor allem für die jungen Golfspielerinnen und -spieler ist es sehr wichtig, ein Vorbild zu haben. In Martin Kaymer finden sie es. Das tut dem Sport sehr gut", sagte Hans Joachim Nothelfer, Präsident des Deutschen Golf Verbandes.

Profitieren wird der deutsche Golfsport auch mit Blick auf die Ryder-Cup-Bewerbung 2018. "Der Sieg hilft uns massiv. Wir freuen uns sehr darüber", sagte Bernhards Bruder Erwin als Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft RC Deutschland dem SID.