München (SID) - Die Bundesliga-Saison hat noch gar nicht angefangen, doch Bayern Münchens Abteilung Attacke ist bereits auf Betriebstemperatur. Vier Tage vor dem Liga-Start des Rekordmeisters gegen den VfL Wolfsburg am Freitag (20.30 Uhr/live bei ARD, Sky und Liga total) hat Uli Hoeneß zum Rundumschlag ausgeholt - allerdings nicht gegen die nationalen Rivalen, sondern gegen den Französischen Fußball-Verband FFF und einen niederländischen "Wunder-Heiler".

Hoeneß empfindet es als Frechheit, dass der FFF Bayern-Star Franck Ribery nach Paris zitierte, um ihn über die Vorkommnisse im Lager der Equipe Tricolore bei der WM in Südafrika zu verhören. "Was glauben die eigentlich, wo wir sind?", sagte Hoeneß der Bild-Zeitung über die "Gutsherrenart" der Franzosen: "Die haben überhaupt keinen Anstand. Wenn die was wollen, dann sollen sie doch herkommen."

Robbens WM-Einsatz war "fahrlässig"

Sicher nicht persönlich kennenlernen will er Dick van Toorn, der den Münchner Arjen Robben nach Meinung der Bayern trotz einer schwerwiegenden Verletzung für die WM fit erklärt hatte. "Wir haben in (Hans-Wilhelm) Müller-Wohlfahrt den besten Sportarzt der Welt mit einer Aufklärungsquote von 100 Prozent. Wenn der Herr van Toorn die Verletzung nicht erkennen kann, dann sollte er sich eine Brille kaufen. Es war grob fahrlässig von den Holländern, Arjen Robben bei der WM auch nur eine Sekunde spielen zu lassen", sagte Hoeneß.

Der frühere Manager wiederholte die Forderung der Münchner nach einer Entschädigung für den Ausfall Robbens. "Er hat bei dem Turnier verletzt gespielt, und wir sind jetzt die Leidtragenden. Das kann doch nicht wahr sein. Wir verlangen eine Kompensation. Die genaue Summe kann ich Ihnen nicht nennen. Aber die muss so aussehen, dass wir keine Einbußen haben. Sie sollen uns vom ersten bis zum letzten Tag seines Ausfalles die Kosten ersetzen", sagte er.

Während die Profis am Montagabend im ersten Pflichtspiel der Saison im DFB-Pokal bei Fünftligisten Germania Windeck antreten müssen, machte sich Hoeneß außerdem Gedanken über die kommende Spielzeit. Grundsätzlich sei er "positiv gestimmt", meinte er, "trotzdem glaube ich, dass es ein schweres Jahr werden könnte. Die letzte Saison mit Pokal- und Champions-League-Finale war lange und zehrend. Dazu kam die WM. All das steckt oft in den Knochen und Köpfen der Spieler."

Diese versuchten derweil, die Sorgen ihres Chefs zu zerstreuen. WM-Torschützenkönig Thomas Müller etwa glaubt an einen Durchmarsch des FCB. "Ich denke, wir können die Dominanz der Rückrunde diesmal von vorneweg zeigen", sagte er dem kicker. Holger Badstuber äußerte sich auch optimistisch: "Wir sind noch ein paar Schritte weiter als letztes Jahr. Deshalb denke ich auch, dass wir zu Beginn der Saison keine Probleme haben werden. Wir werden sogar noch besser."