Köln (SID) - Das Ende der Liaison von Fabio Capello und der englischen Nationalmannschaft scheint beschlossene Sache. Nach der Enttäuschung für die Three Lions bei der Weltmeisterschaft in Südafrika durch das 1:4 gegen Deutschland im Achtelfinale war zwar die Zusammenarbeit mit dem knorrigen Fußballlehrer zunächst fortgesetzt worden. Doch inzwischen ist klar, dass der 64-Jährige nur noch längstens zwei Jahre in Diensten des Verbandes FA stehen wird.

"Wir arbeiten auf der Basis, dass Fabio bis 2012 bei uns ist. Danach, das haben wir intern diskutiert, sollten wir wieder einen englischen Coach haben. Ich denke, dass das englische Team künftig von einem englischen Trainer trainiert werden sollte", sagte Nationalmannschaftsmanager Adrian Bevington dem Rundfunksender BBC.

Anfang Juli hatte sich die FA für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Capello ausgesprochen. Angeblich scheuten die Briten die hohe Abfindung in Höhe von 13,8 Millionen Euro für den italienischen Coach, der per annum 7,3 Millionen Euro vom Verband kassieren soll.

Capello wirft "Becks" aus der Nationalmannschaft

Vergangene Woche hatte der Teammanager des Fußball-Mutterlandes schon vor dem Länderspiel gegen Ungarn (2:1) für eine Überraschung gesorgt. Denn er erklärte kurzerhand die Länderspielkarriere von "Spice Boy" David Beckham via TV-Interview für beendet. "Ich danke ihm für seine Unterstützung während der Weltmeisterschaft, aber ich glaube, er ist inzwischen ein bisschen zu alt", sagte Capello. Das Duell gegen die Magyaren verkam zur Nebensache.

Der Azzurri musste sich heftige Kritik gefallen lassen. Eine solche Behandlung habe "Becks" nicht verdient, so der einhellige Tenor in den britischen Medien. "Fabio Capello gab David Beckhams Länderspielkarriere den Rest - im Fernsehen", schrieb das Boulevardblatt The Sun.

Möglicherweise dürfte diese Vorgehensweise die Verantwortlichen der FA endgültig überzeugt haben, dass Capello auf Dauer wohl doch nicht die optimale Lösung als Teammanager der Nationalmannschaft ist. Seine Amtszeit endet mit Abschluss der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine - wenn alles planmäßig läuft. Klar ist auch, dass die Autorität Capellos durch die Aussagen von Bevington untergraben wurde.