Berlin (SID) - Claudia Pechstein hat im Kampf um ihre Rehabilitation einen weiteren Punktsieg gelandet. Die wegen erhöhter Blutwerte für zwei Jahre gesperrte Eisschnellläuferin darf ihren Job bei der Bundespolizei endgültig behalten. Das gegen sie eingeleitete Disziplinarverfahren wurde eingestellt. Das bestätigte das Bundesinnenministerium (BMI) am Montag.

"Im Ergebnis konnte ein Dienstvergehen nicht zweifelsfrei bewiesen werden", teilte die Behörde mit. Nach den im behördlichen Disziplinarverfahren geltenden Beweislastregeln habe der Dienstherr das Vorliegen des Dienstvergehens zu beweisen. Das Dienstvergehen müsse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. "Andernfalls ist das Disziplinarverfahren - wie in der vorliegenden Angelegenheit - zugunsten der Beamtin einzustellen."

Pechstein arbeitet seit 1993 für die Bundespolizei und steht im Range einer Polizeihauptmeisterin beim Bundesgrenzschutz. Ihre Stellung als Beamtin stand durch die Sperre auf dem Spiel.

Verfahrenseinstellung "nicht überraschend"

Nun muss die 38-Jährige allerdings wieder ihren Dienst antreten. Das BMI habe ihr eine Stelle bei der Bundespolizei in Berlin angeboten. "Ich gehe davon aus, dass sie diese auch antritt", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere in Berlin.

Pechstein erklärte nach der für sie "nicht überraschenden" Verfahrenseinstellung: "Ich kann nur wiederholen, was ich von Anfang gesagt habe. Ich habe nie gedopt. Da es keinen Beweis für das Gegenteil geben kann, konnte es auch keine Strafe geben. Nur die Sportgerichte dürfen anders entschieden. Da gibt es einen Fehler im System, der schnellstens korrigiert gehört.

Bis Februar 2011 gesperrt