Singapur (SID) - Degenfechter Nikolaus Bodoczi hat Deutschlands erstes historisches Gold bei Jugend-Olympia in Singapur hauchdünn verpasst. Nach 14:9-Führung verlor der Offenbacher das Finale noch mit 14:15 gegen den Italiener Marco Fichera und stapfte geschockt und wortlos von dannen.

"Das war tragisch", fand Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), "aber ab morgen freut er sich auch über Silber."

"Leider kein Gold - aber drei Athleten und drei Medaillen, so kann es am Mittwoch im Mixed weitergehen, dann haben alle noch eine zweite Chance", freute sich Teamchef Sven Ressel nach Silber von Nikolaus Bodoczi und Bronze für Anja Musch (Tauberschofsheim) zum 17. Geburtstag. Ebenfalls mit dem Säbel war am Vortag bereits der Dormagener Richard Hübers Dritter geworden.

Bach freut sich über Fecht-Medaillen

Das Trio des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) setzte damit bei der Olympia-Premiere der 14- bis 18-Jährigen eine große Tradition fort. "Das freut mich natürlich ganz besonders", meinte Thomas Bach, der als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) 1976 in Montreal Mannschafts-Olympiasieger war. "Toll, Medaillen für alle drei" freute sich auch Ex-Weltmeisterin Claudia Bokel, die - als Athletenvertreterin - wie Bach im IOC sitzt.

Anja Musch, Siebte der Kadetten-WM, jubelte in Singapur über ihre erste Medaille - und zugleich die erste einer deutschen Athletin bei Jugend-Olympia. "Heute gibts einen doppelten Grund zum Feiern - aber ohne Alkohol, der ist im olympischen Dorf nicht erlaubt", meinte die Künzelsauerin, die es im Bronze-Duell noch einmal spannend machte. 13:4 führte sie bereits gegen die Ukrainerin Alina Komaschuk, am Ende lag sie mit 15:13 nur knapp vorn. Das Gefecht um den Finaleinzug hatte sie zuvor mit 10:15 gegen die Amerikanerin Celina Merza verloren.

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