München/Bratislava (SID) - Die Fans träumen schon von Reisen nach Liverpool, Manchester oder Turin, doch Fredi Bobic warnt vor dem Absturz. "Wir haben gute, prominente Spieler verloren. So etwas geht an keinem Team spurlos vorüber. Wir müssen extrem aufpassen", sagte der Manager von Bundesligist VfB Stuttgart vor dem Hinspiel in den Europa-League-Play-offs bei Slovan Bratislava heute Abend (18.45 Uhr/Eurosport live).

Enger Terminkalender macht Bobic Sorgen

Mehr als das Duell mit dem slowakischen Pokalsieger macht Bobic vor dem sehr wichtigen Spiel der enge Terminkalender Sorgen. Gestern Pokal in Babelsberg, heute Europacup in Bratislava, und morgen schon Bundesliga in Mainz: Bobic fürchtet, dass die Leistungen der Profis bei all dem Stress leiden - und der VfB ins Bodenlose stürzt. "Wir haben in der vergangenen Saison schon einmal gesehen, wie schnell es nach unten gehen kann", sagte er.

Die meisten deutschen Teams hätten derzeit "alle die gleichen Probleme", meinte Bobic. Daher hat er auch wenig Verständnis dafür, dass die 1. Runde im DFB-Pokal eine Woche vor dem Ligastart gespielt werden musste. "Unglücklich", nannte er diese Ansetzung, und meinte: "So ein Durcheinander habe ich noch nie erlebt." Trotzdem sieht er in der Mannschaft, die er weiter zu verstärken sucht, "die Qualität, um Bratislava auszuschalten".

Der Einzug in die Gruppenphase wäre wirtschaftlich wichtig für den VfB, schließlich könne man "auch in der Europa League gutes Geld verdienen". Geld, das Bobic in Vladimir Weiss (Manchester City) oder Ibrahima Traore (FC Augsburg) investieren könnte. Letzterer jedoch wird laut FCA erstmal in der 2. Liga bleiben. "Wir haben noch einige Alternativen, die gehen wir professionell an", sagte Bobic dazu.

Gross warnt vor "ehrgeizigem Gegner"

Trainer Christian Gross warnte derweil vor einem "ehrgeizigen Gegner", der uns noch mehr fordern wird als es Molde getan hat". Und gegen die Norweger stand Stuttgart im Rückspiel bereits kurz vor dem Aus. "Wir müssen alles abrufen", sagte Gross. Auf die angeschlagenen Matthieu Delpierre und Stefano Celozzi muss er verzichten, trotz der personellen Sorgen in der Abwehr wird Nationalspieler Serdar Tasci aber wohl erneut nicht von Beginn an spielen.