Belgrad (SID) - Der serbische Nationaltrainer Radomir Antic darf nach einer drastischen Gehaltskürzung seinen Job behalten und soll den deutschen WM-Gegner von Südafrika zur EM 2012 in Polen und der Ukraine führen. "Nach langen Beratungen und reiflicher Überlegung haben wir uns dazu entschieden, Antic trotz einer belasteten Arbeitsatmosphäre, ausgelöst durch einen Streit zwischen Trainer und Verband, bis zur EM 2012 auf seinem Posten zu belassen", sagte der Präsident des serbischen Verbandes FSS, Tomislav Karadzic, am Donnerstag.

Wenige Stunden zuvor hatte der langjährige Bundesliga-Trainer Peter Neururer sein Interesse an dem Job geäußert. "Es ist ganz klar, dass da Begehrlichkeiten geweckt werden. Möglicherweise werde ich mit dem Verband Gespräche führen", hatte er zu news.de gesagt.

Verband führte Gespräche mit anderen Kandidaten

Man habe auch mit einigen anderen Kandidaten gesprochen, dabei aber immer auch die Schließung eines Kompromisses mit Antic im Hinterkopf gehabt, so Karadzic. Für die Entscheidung zugunsten Antics habe neben der Gehaltskürzung letztlich auch die Tatsache gesprochen, dass die Installierung eines neuen Trainers ohne Insiderwissen über die Mannschaft so kurz vor der EM-Qualifikation ein gehöriges Risiko dargestellt hätte.

Antic soll zukünftig nur noch die Hälfte seines bisherigen Gehaltes beziehen, was bei rund 100.000 Euro pro Monat gelegen haben soll. "Es sind viele harte Worte gefallen. Aber Antic bleibt, weil wir sein Gehalt kürzen konnten, und er immer noch der beste Mann für den Job ist", begründete Karadzic.

WM-Vorrunden-Aus zwingt Verband zu Sparmaßnahmen

Mit Antic hatte Serbien die deutsche Nationalmannschaft bei der WM-Vorrunde in Südafrika geschlagen (1:0), verpasste aber den Einzug ins Achtelfinale. Laut Karadzic seien dem Verband durch das Vorrunden-Aus umgerechnet rund 7,8 Millionen Euro entgangen, was Einsparungen in sämtlichen Bereichen nötig mache.