Bratislava (SID) - Chaos auf den Rängen, aber ein Happy End auf dem Platz: Dank Joker Martin Harnik hat der VfB Stuttgart das Tor zur Europa League weit aufgestoßen. Trotz einer durchwachsenen Vorstellung kamen die Schwaben beim von Krawallen überschatteten Play-off-Hinspiel bei Slovan Bratislava zu einem 1:0 (0:0)-Erfolg und stehen damit vor dem Rückspiel am Donnerstag mit einem Bein in der Gruppenphase. Den Siegtreffer erzielte der eingewechselte Martin Harnik in der 88. Minute, die Vorlage hatte in Johan Audel ein weiterer Neuzugang gegeben.

"Es war ein hart erkämpfter Sieg, uns hat die Durchschlagskraft oft gefehlt. Am Ende haben die Schnelligkeit und Frische von Audel und Harnik den Ausschlag gegeben", sagte Trainer Christian Gross über den schmeichelhaften Erfolg des VfB: "Wir müssen uns noch weiter festigen - das braucht einige Zeit. Und da tut jeder Sieg gut."

Gestört wurde das Spiel von einigen slowakischen Rowdies. Kurz vor der Halbzeitpause rissen Dutzende Slovan-Anhänger Absperrgitter zum Sektor mit den VfB-Fans nieder und attackierten die Gäste aus Deutschland. Feuerwerkskörper und ausgerissene Sitzschalen flogen. Schiedsrichter Tony Chapron aus Frankreich unterbrach das Spiel für fünf Minuten, ehe die Lage wieder unter Kontrolle war.

VfB ohne Ordnung

Auch im Spiel der Schwaben fehlte die Ordnung, ebenso wie die Kreativität und der Spielwitz. 8120 Zuschauer im Pasienky-Stadion von Inter Bratislava, in das Rivale Slovan wegen Umbauarbeiten in der eigenen Arena umziehen musste, sahen eine bemühte, aber selten überzeugende Mannschaft aus der Bundesliga. Diese hatte gleichwohl die beste Chance der ersten Hälfte, als Cacau nach toller Flanke von Pawel Pogrebnjak einen Kopfball knapp neben das Tor setzte (15.).

Das war aber auch gleichzeitig die einzige echte Möglichkeit im ersten Durchgang des VfB, der mit der Elf begann, die am vergangenen Samstag im DFB-Pokal beim SV Babelsberg 03 mit 2:1 gewonnen hatte. Slovan kam durch Erik Grendel und Martin Dobrotka (3./32.) zu guten Möglichkeiten, und in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hielt VfB-Torwart Sven Ulreich gegen Filip Kiss das 0:0 fest.

Gebhart trifft den Pfosten