Trier/Köln (SID) - Nach einem Jahr Zwangspause gehört die Deutschland-Rallye wieder zum WM-Kalender, und Rekordweltmeister Sebastien Loeb will im "geloebten Land" seine Dominanz fortsetzen. Seit dem Aufstieg in den WM-Zirkus 2002 hat es in Deutschland in sieben Auflagen noch keinen anderen Sieger gegeben als den schnellen Franzosen aus dem nahe gelegenen Elsass, dessen Vorfreude entsprechend groß ist.

"Mit dieser Rallye verbinde ich sehr gute Erinnerungen: Nicht nur die Unterstützung der Fans war immer besonders, auch die Atmosphäre war fantastisch. Hier habe ich meinen ersten WM-Sieg gefeiert, bisher immer gewonnen und sehr viel Spaß gehabt. Keine Frage, ich freue mich riesig darauf, wieder zurückzukehren", sagt Loeb, der auch in dieser Saison vor dem 9. von 13 WM-Läufen rund um Trier (20. bis 22. August) das Maß aller Dinge ist.

Komfortable 48 Punkte beträgt sein Vorsprung vor seinem Citroen-Markenkollegen Sebastien Ogier (Frankreich), den siebten WM-Titel in Folge hat "Super-Seb" ebenso fest im Visier wie seinen achten Sieg in Deutschland. Neben seinem "Kronprinzen" Ogier hat Loeb auch seinen Teamkollegen Dani Sordo (Spanien), der erstmals mit seinem neuen Beifahrer Diego Vallejo unterwegs sein wird, und Ex-Weltmeister Petter Solberg auf der Rechnung - weil alle wie er selbst im Citroen C4 sitzen, dem "besten Rallye-Fahrzeug zurzeit".

Die richtige Misschung finden

"Für mich bedeutet das, dass ich alles tun muss, um vor ihnen zu bleiben", sagt Loeb, der vor allem die große Abwechslung bei der Deutschland-Rallye mag. "Diese Rallye war und ist eine große Herausforderung. Die drei Etappen sind sehr unterschiedlich. Die Prüfungen an der Mosel haben nichts mit den Prüfungen auf Baumholder gemeinsam. Die Prüfung Panzerplatte kann beim Kampf um den Sieg sehr entscheidend sein", meint der Weltmeister: "Baumholder ist so anders, so weit weg von allem anderen, was man an Asphaltpisten kennt. Nirgends ist es schwieriger, die richtige Mischung beim Fahren zu finden. Gas geben können viele, doch wer in Deutschland gewinnen will, muss auch diese Prüfungen erfolgreich bewältigen."

Eine ganz neue Erfahrung wird der ehemalige Truppenübungsplatz Baumholder auch für den früheren Formel-1-Weltmeister und Rallye-Neuling Kimi Räikkönen. "Ich weiß nicht genau, wie die Prüfungen in Deutschland aussehen werden, bestimmt ganz anders als in Bulgarien", sagt der "Iceman": "In der Rallye sind jeder Kilometer und jede Kurve anders. Deshalb ist Erfahrung in diesem Sport so unheimlich wichtig. Und ich muss meine Kenntnisse weiter ausbauen."

Während sich Räikkönen, der neben einigen Unfällen in dieser Saison auch schon das eine oder andere Highlight gesetzt hat, eher zurückhalten äußert, ist sein erfahrener Co-Pilot voll des Lobes. "Niemand ist zuvor mit so wenig Erfahrung auf einem solchen Level gefahren", sagt Kaj Lindström, früher Beifahrer des viermaligen Weltmeisters Tommi Mäkinen.