Köln (SID) - Bruno Spengler ist auf Rekordjagd: Sollte der Mercedes-Pilot auch am Sonntag in Zandvoort (14.00 Uhr/live in der ARD) unter die ersten Drei fahren, wären das sechs Podiumsplatzierungen in den ersten sechs Rennen in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Damit hätte der Gesamtführende in dieser Statistik sogar "Mr. DTM" Bernd Schneider hinter sich gelassen. An seinen ersten DTM-Titel denkt Spengler aber noch nicht. "Es ist noch ein langer Weg. Man muss weiter sein Bestes geben, Rennen für Rennen", sagte der 26 Jahre alte Kanadier vor dem sechsten Saisonrennen in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

SID: "Bei den ersten fünf Rennen einer Saison immer auf dem Podium: Hatten Sie irgendwann in Ihrer Karriere schon einmal so einen Lauf?"

Bruno Spengler: "In der nordamerikanischen Formel Renault habe ich einmal von acht Rennen fünf oder sechs gewonnen und bin dann Meister geworden. Das war 2002. 2006 hatte ich in der DTM mit vier Siegen die meisten im ganzen Feld. 2007 hatte ich nach den ersten zwei Rennen, in denen ich keine Punkte holte, einen guten Lauf bis zum letzten Rennen, und wurde mit drei Punkten Rückstand hinter Mattias Ekström Vizemeister. Seit ich in der DTM bin, hatte ich aber noch keinen Saisonstart mit fünf Podiumsplätzen in den ersten fünf Rennen und so vielen Punkten. Ich habe bisher in dieser Saison kein Pech gehabt, aber es ist noch ein langer Weg. Ich muss weiter mein Bestes geben, Rennen für Rennen. Und am Ende des Jahres schauen wir dann."

SID: "In den ersten fünf Rennen immer auf dem Podium war 2006 einmal 'Mr. DTM' Bernd Schneider. In den ersten sechs Rennen noch niemand. Wäre es für Sie etwas Besonderes, so etwas als Erster zu schaffen?"

Spengler: "Klar wäre das etwas besonderes, etwas richtig tolles. Aber bei Statistiken muss man immer aufpassen, dass man nicht zu viel will. Wir müssen erstmal schauen, wie es in Zandvoort läuft. Das ist eine Strecke, auf der Audi bisher immer sehr gut war. Wir haben uns sicher auf solchen Strecken verbessert, das haben wir am Nürburgring gesehen. Aber diese Strecke ist noch einmal anders. Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und unsere Arbeit so gut wie möglich erledigen. Wichtig ist, dass in diesem Jahr unser Team eine mega-gute Arbeit gemacht hat, unser Auto noch einmal zu verbessern. Außerdem sind die Jungs sehr schnell bei den Boxenstopps. Fünf Podiums in Folge mit zwei Siegen haben mir und dem Team sehr viel Freude gemacht. Aber das liegt jetzt hinter uns. Wichtig ist das Rennen, das jetzt kommt."

SID: "Wenn man so einen Lauf hat, muss man dann sehen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, da die Erfolgsserie irgendwann auch mal reißen könnte?"

Spengler: "In einer so kurzen Meisterschaft wie der DTM mit nur elf Rennen ist es sehr wichtig, von Anfang an viele Punkte zu holen. Wenn man am Anfang nicht punktet, das kenne ich aus den letzten Jahren, ist es sehr schwierig, wieder zurückzukommen. Es gibt keinen Fahrer, der im Rennen große Fehler macht oder jemand anderem einfach ins Auto fährt. Das passiert sehr, sehr selten. Die Punkte, die man hat, die hat man. Es ist jetzt wichtig, nicht zu viel zu rechnen. Es gibt noch sechs Rennen, und man muss bei jedem das Beste herausholen."