Sao Paolo (SID) - In der Geburtsstunde des größten Fußballers aller Zeiten war Gylmar dos Santos Neves mehr als nur der Torhüter des neuen Weltmeisters Brasilien. Von Weinkrämpfen geschüttelt fand Pele nach dem Schlusspfiff im WM-Finale von 1958 Halt an der Brust des legendären Schlussmanns, der am Sonntag seinen 80. Geburtstag begeht. Ohne großes Brimborium, denn ein Schlaganfall im Juni 2000 hat den Jubilar zum Pflegefall gemacht.

Das Foto des jungen Peles in den Armen Gilmars, der von der heimischen Presse das Y im Namen durch ein I ersetzt bekam, ging um die Welt, reich wurde aber nur der Weltklassestürmer. Auch wenn beide 1962 in Chile erneut den WM-Thron bestiegen.

Gilmar nach Gehirnschlag rechtsseitig gelähmt

Seit dem Gehirnschlag ist Gilmar rechtsseitig gelähmt, kann kaum sprechen und wird von seiner Frau Raquel gepflegt. Seine beschämende Rente in Höhe von heute umgerechnet 533 Euro hat er sich als Autohändler nach seiner Profikarriere erarbeitet. Denn Fußballer war zu seiner Zeit kein reglementierter Beruf.

Eine Ungerechtigkeit, die seinen Sohn Marcelo auf den Plan rief. Schließlich ist Gilmar unter den Selecao-Heroen der ersten drei Weltmeisterschaften kein Einzelfall. Bellini, Kapitän der 58er-Elf, leidet an Alzheimer, Nilton Santos (1958, 1962) an chronischen Herzproblemen, aber Geld für eine effiziente Behandlung fehlt beiden.

Marcelo Neves überwies jüngst 500 Dollar nach Ecuador, wo der an Hodenkrebs erkrankte Ex-Weltmeister Moacir (1958) die Chemotherapie nicht bezahlen konnte. Das Geld entstammt dem Fundus des von ihm als Präsidenten angeführten "Vereins der Weltmeister des brasilianischen Fußballs".

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