Singapur (SID) - Bei Halbzeit in Singapur sieht Thomas Bach das Konzept beim 1. Jugend-Olympia bestätigt. Darüber hinaus verspürt der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees bei seinen IOC-Kollegen viel positive Resonanz für den Kandidaten München 2018.

SID: "Herr Bach, Halbzeit beim ersten Jugend-Olympia. Wie lautet Ihre erste Bilanz?"

Thomas Bach: "Das Konzept von Sport, Gemeinschafts-Erlebnis und Kulturprogramm ist glänzend aufgegangen. Das Echo der Athleten ist durchweg positiv, alle haben glänzende Augen. Ihre gute Stimmung steckt einfach an."

SID: "Die Wettkämpfe sind fast perfekt organisiert, aber mit den Tickets und Zuschauern gibt es Probleme. Wie sehen Sie das?"

Bach: "Wir waren vorher schon sicher, dass Singapur der richtige Schauplatz sein würde. Das Problem mit den Tickets kennt man schon von der Fußball-WM in Südafrika: Alles ist ausverkauft, aber es gibt leere Ränge. Die Karten müssten künftig vielleicht für verschiedene Sessions verkauft werden, nicht für ganze Tage, denn die Leute bleiben nicht von 9 bis 19 Uhr. 80.000 der 320.000 Tickets gingen an Schulen, viele an Staatsbetriebe, aber man kennt das von anderen Veranstaltungen: Da gehen dann nicht alle hin."

SID: "Der Etat der Spiele beträgt 220 Millionen Euro inklusive der IOC-Anschubfinanzierung in fast dreistelliger Höhe. Wird auch Jugend-Olympia einen Gigantismus erleben: Noch mehr Athleten, noch mehr Kosten?"

Bach: "Präsentation und Größenordnung werden vom IOC sorgfältig analysiert. Es sollten für die Spiele keine neuen Bauten errichtet werden. Aber man kann einem Gastgeber nicht verbieten, dass er größer investiert, wenn er damit den Sport in seinem Land entwickeln will."