Frankfurt (SID) - Die Rekordjäger des THW Kiel fühlen sich vor der ersten Bewährungsprobe gut gerüstet für ihre Mission "Triple plus eins": Mit einem aufgestockten 9,5-Millionen-Euro-Etat und gewohnt großen Zielen startet der deutsche Meister und Champions-League-Sieger als hoher Favorit in die heute beginnende Saison. Gleich beim Supercup in München gegen Pokalsieger HSV Hamburg (20.15 Uhr/live bei Sport1) wollen die "Zebras" den ersten Titel der Runde einfahren - und den wohl ärgsten Liga-Konkurrenten schocken.

Die jüngsten Kampfansagen des Bundesliga-Rivalen konterte Kiels Trainer Alfred Gislason schon mal mit einer besonderen Drohung. "Keine Bange, wir werden noch deutlich besser. Es muss immer unser Anspruch sein, um alle Titel mitzuspielen", sagte der Isländer, der mit dem Rekordmeister (16 Titel) das Triple aus Meisterschafts-, Pokal- und Champions-League-Triumph anstrebt. Dieses Kunststück war Kiel im Jahr 2007 gelungen.

Einen Durchmarsch des Gislason-Teams, das in den kommenden Monaten auf seinen Star Daniel Narcisse (Kreuzbandriss) verzichten muss, wollen unter anderem die Hamburger verhindern. Der Supercup-Gewinner von 2009 hatte sich den Kielern in der vergangenen Saison mit nur einem Punkt Rückstand geschlagen geben müssen und wartet immer noch sehnlichst auf seine erste Meisterschaft. "Die Titelvergabe darf nur über den HSV gehen", sagt Hamburgs Trainer Martin Schwalb, der nach der Saison Geschäftsführer der HSV-Handball Betriebsgesellschaft wird.

Nationalspieler "Mimi" Kraus einziger Neuzugang beim HSV

Zum Schlüsselspieler des Vizemeisters könnte Nationalspieler Michael Kraus werden. Der Regisseur war nach langem Hin und Her vom EHF-Cup-Gewinner TBV Lemgo zum HSV gewechselt und soll 140.000 Euro der Gesamtablösesumme von 270.000 Euro selbst übernommen haben. Seinem neuen Klub traut Kraus schon in der anstehenden Saison den ganz großen Wurf zu: "Die haben alle das Sieger-Gen. Die Mannschaft ist gespickt mit Welt- und Europameistern."

Zumindest in Sachen Zuschauergunst haben die Hamburger den ewigen Rivalen aus Kiel schon überflügelt. Im Schnitt kamen zu den HSV-Heimspielen in der vergangenen Saison 10.392 Zuschauer, beim THW waren es "nur" 10.250. Neben den beiden Topfavoriten zählt Bundestrainer Heiner Brand die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen zu den aussichtsreichsten Bundesligisten. Dem Quartett traut der Gummersbacher auch in der Champions League viel zu. "Jede dieser Mannschaften hat das Zeug dazu, um am Ende ganz oben zu landen", sagte Brand dem Sport-Informations-Dienst (SID).

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