Genua (SID) - Diesmal sitzt er noch zitternd vor dem Fernseher. Champions League oder nicht - für Werder Bremens neuen Mittelfeldspieler Wesley die spannendste Frage aller Fragen nach seiner Ankunft in der Hansestadt. Und so fiebert der Brasilianer der TV-Übertragung des Qualifikations-Rückspiels aus Genua entgegen.

"Das interessiert mich natürlich brennend. Jetzt will ich so schnell wie möglich zur Mannschaft stoßen", sagte der 23-Jährige, der nach langem Tauziehen nun doch für 7,5 Millionen Euro den FC Santos in Richtung Nordseeküste verlassen durfte. Die Erwartungen sind hoch angesichts dieser Summe, denn nur sein Landsmann Carlos Alberto (8,5), der an der Weser zum teuren Flop wurde, sowie Nationalspieler Marko Marin (8,2) waren noch kostspieliger als Wesley.

Allofs: Wesley "wird unser Spiel bereichern"

Als direkter Nachfolger des zu Real Madrid gewechselten Mesut Özil wird der Südamerikaner in Bremen nicht gesehen, er soll flexibel eingesetzt werden. Genau darin sieht man beim Bundesliga-Schlusslicht seine große Stärke. Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs: "Mit seiner Vielseitigkeit und Dynamik wird er unser Spiel bereichern."

Auch Trainer Thomas Schaaf ist sich sicher, "dass Wesley die Qualität unserer Mannschaft erhöhen wird." Auch deshalb wurde der Allrounder mit einem Kontrakt bis zum 30. Juni 2014 ausgestattet. Und so stand gleich zu Wochenbeginn eine erste Trainingseinheit mit Fitness-Coach Yann-Benjamin Kugel auf dem Programm, während seine neuen Teamkollegen in Genua einschwebten.

Was Wesley, mit bürgerlichem Namen Wesley Lopes Beltrame, draufhat, wird er wohl beim ersten Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky live und Liga total!) gegen den 1. FC Köln erstmals zeigen dürfen. Auch wenn sich Schaaf darauf noch nicht festnageln lassen wollte: "Dieses Thema gehen wir ab Mittwoch an."

Und so muss sich der neue grün-weiße Hoffnungsträger zunächst auf Spaziergänge mit Dolmetscher Roland Martinez begnügen, um einen ersten Eindruck von Norddeutschland und Bremen zu gewinnen. Denn viel hat Wesley von der großen weiten Fußball-Welt noch nicht gesehen. Bislang stand er als Profi ausschließlich bei seinem Stammverein, dem Pele-Klub FC Santos, unter Vertrag.