Neubrandenburg (SID) - Weltmeister Robert Harting schleuderte den Diskus so weit wie noch nie zuvor, Hochspringer Raul Spank glänzte mit einer deutschen Jahresbestleitung: Beim internationalen Leichtathletik-Sportfest in Neubrandenburg verbesserte der Berliner Vize-Europameister Harting im Duell mit dem polnischen EM-Champion Piotr Malachowski seine persönliche Bestleistung um 26 Zentimeter auf 69,69. Der Dresdner WM-Dritte Spank wiederholte beim Meeting in Eberstadt mit 2,30 Meter seinen Vorjahreserfolg. Ihren ersten Erfolg feierte dort auch die WM-Dritte Ariane Friedrich.

"Jetzt ist mir klar, dass man hier weit werfen kann. Schade, dass der Wind vor dem letzten Versuch etwas abgeflaut ist, sonst wären die Bedingungen noch besser gewesen", sagte Harting, der bei der Heim-WM in Berlin mit einer Weite von 69,43m den Titel gewonnen hatte.

Bei dem neuen Format erhielt der jeweils bessere Athlet in fünf Runden je einen Siegpunkt. Harting stellte seine Bestleistung im letzten Durchgang auf und holte so im Duell mit seinem polnischen Dauerrivalen den entscheidenden dritten Punkt. Zuletzt hatte Harting seine gute Form mit Siegen beim ISTAF in Berlin und zuvor beim Diamond-League-Meeting in Zürich angedeutet.

Der nicht für die EM nominierte Spank war in Eberstadt der einzige Springer, der die 2,30 Meter im ersten Versuch schaffte. Der 22-Jährige setzte sich somit gegen die Weltjahresbesten Russen Iwan Uchow (2,27m), Hallen-Vize-Weltmeister Aleksej Dmitrik (2,30 m) und Europameister Alexander Schustow (2,27m) durch. Dritter hinter Dmitrik wurde allerdings der US-Amerikaner Jesse Williams (2,27m) vor Uchow auf Platz vier und Schustow, der sich mit Rang fünf zufrieden geben musste.

Friedrich (Frankfurt) übersprang einen Tag später im dritten Versuch 2,00m und verwies die Russin Swetlana Schkolina (1,97m) und deren Landsfrau Irina Gordeewa (1,94m) auf die Plätze.

"Ich bin wieder da. Eberstadt ist mein Lieblingsmeeting, auch deshalb möchte ich im nächsten Jahr den Hattrick schaffen", sagte Spank nach seinem Erfolg: "Natürlich war die Nichtnominierung für die EM in Barcelona eine Motivation im Hinterkopf."

Unterdessen kündigte die zweimalige Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa am Wochenende ihr Comeback zum Start der Hallen-Saison an. "Ich habe den Hunger wiederentdeckt. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch, und ich will mir selbst beweisen, dass ich die Beste sein kann", sagte die 28 Jahre alte Stabhochspringerin aus Russland.