München (SID) - Die schwangere Titelverteidigerin Christine Wenzel schaute auf der Tribüne zu, wie ihre deutschen Kolleginnen bei der Heim-WM in München erwartungsgemäß Lehrgeld zahlen mussten. "Jägerin" Vanessa Hauff (Stuttgart) belegte als beste Deutsche im Skeet-Wettbewerb mit 67 von 75 möglichen Treffern Platz 13. Gold gewann die US-Amerikanerin Kimberly Rhode mit 97 Scheiben.

Damit haben die Gastgeber nach 12 von 15 olympischen Entscheidungen weiter nur zwei Medaillen auf dem Konto. Als Trost gab es am Samstag immerhin viermal Silber in den nicht-olympischen Disziplinen, darunter das vierte Edelmetall für Sonja Pfeilschifter.

Kind geht vor Gold

"Wir hätten mit Christine ja eine Goldkandidatin gehabt. Aber sie wollte ein Kind - und das geht vor", sagte Bundestrainer Wilhelm Metelmann. Mit dickem Bauch - geplanter Geburtstermin ist der 10. 10. - und juckenden Fingern sah die Olympiadritte zu. "Ich brenne schon wieder darauf anzufangen", sagte Wenzel.

Sie wurde schmerzlich vermisst, denn Jagdschein-Inhaberin Hauff deutete nur mit einer perfekten 25 in der letzten Serie ihre Veranlagung an. Elena Neff (Frankfurt/Oder) wurde 38. Karen Lange (Rennau) landete auf Platz 42.

Metelmann hofft auf die Männer

"Die Mädchen haben das gezeigt, was sie derzeit können. Wir brauchen nach unserem Neuaufbau noch Zeit in dieser Disziplin. Aber wir wollten halt im eigenen Land unbedingt eine Mannschaft stellen", sagte Metelmann. Die angepeilte olympische Medaille in den Wurfscheiben-Disziplinen müssen nun laut Metelmann am Dienstag beim WM-Finale die Skeet-Männer holen.