Hamburg (SID) - Vier Siege, zwölf Medaillen und zwei überragende Schwergewichte: Die deutschen Judoka haben einen starken Start in den Europacup in Hamburg erwischt und den Auftakt der Generalprobe für die WM in Tokio (9. bis 13. September) dominiert. "Ich dachte, ich sei noch nicht in einer solchen Form. Jetzt muss ich nur noch etwas spritziger werden, und Japan kann kommen", sagte Andreas Tölzer, der wie Franziska Konitz bei den Frauen die höchste Gewichtsklasse fast nach Belieben dominierte.

Der Mönchengladbacher, der nach langer Verletzungspause im Mai mit der Bronzemedaille bei der EM in Wien ein beachtliches Comeback gefeiert hatte, gewann in der Klasse über 100 kg alle Kämpfe vorzeitig durch eine große Wertung (Ippon), bezwang im Achtelfinale den weißrussischen Athen-Olympiasieger Ihar Makarau und ließ auch seinem überraschend ins Finale vorgedrungenen Mannschaftskollegen Matthias Schmunk (Herrmannsburg) keine Chance. Nach 19 Sekunden stand Tölzer, der zuletzt vor über zwei Jahren ein internationales Turnier gewonnen hatte, als Sieger fest. "Ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe, jeden zu schlagen", sagte Tölzer, der zuletzt vor über zwei Jahren ein internationales Turnier gewonnen hatte,

Völk: "Es hat alles gepasst"

Der 21 Jahre alte Völk feierte seine internationale Siegpremiere bei den Senioren in ähnlich souveräner Manier wie Tölzer und hatte im Finale auch den Olympiadritten Rasul Bokiew (Tadschikistan) sicher im Griff. "Heute hat alles gepasst. Ich habe endlich einmal im Wettkampf alles abrufen können und dann auch noch im Finale gegen einen solchen Klasse-Mann", sagte Völk.

Gerade 51 Sekunden brauchte Claudia Malzahn, um durch Ippon gegen die Slowenin Urska Zolnir ihren dritten Saisonsieg nach dem Grand Prix in Düsseldorf und dem Weltcup in Tunis perfekt zu machen. "Die Form stimmt, ich bin auf einem guten Weg zur WM, auch wenn noch einiges an Feinarbeit wartet", sagte die 26-Jährige.

Kurzarbeit betrieb auch die Berlinerin Konitz, die im Finale gegen die Niederländerin Carola Uilenhoed nach 69 Sekunden jubelte, nachdem sie zuvor schon alle Kämpfe vorzeitig für sich entschieden hatte. "Ich habe mich von Kampf zu Kampf gesteigert und durch viele verschiedene Würfe gewonnen. Auch wenn ich diesen Sieg nicht überbewerten will, freue ich mich sehr", sagte die Bundespolizistin.

Sechs weitere Bronzemedaillen