Budapest (SID) - Deutschlands Wasserspringer stimmten sich bei einer beschaulichen Bootsfahrt auf der Donau gemütlich auf die EM in Budapest ein, doch ihr Chef Lutz Buschkow formulierte an Bord der "Lanchid" ehrgeizige Ziele. "Wir haben gute Erinnerungen an Ungarn. Wir wollen uns an der Bilanz von zweimal Gold, viermal Silber und einmal Bronze vor vier Jahren orientieren", sagte der Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) und Sprung-Cheftrainer.

Mittelfristig ist die Personalfrage an der Führungsspitze der Wasserspringer geklärt. Buschkow wird bis Olympia 2012 in London weiter in Doppelfunktion tätig sein. Kurzfristig gibt es auf der Margareteninsel nur ein Ziel: Die DSV-Springer wollen die WM-Schmach von Rom im Vorjahr vergessen machen.

"Dass wir bei der WM ohne Medaille geblieben sind, hat uns sehr zugesetzt. Wir wollen Wiedergutmachung", sagte Patrick Hausding. Auf dem 21 Jahre alten Berliner liegt ein Großteil der DSV-Hoffnungen. Hausding hat ein Mammutprogramm vor sich und springt in allen fünf Wettkämpfen. "Wir wissen um die große Belastung, aber wir sind auch überzeugt, dass er das meistern kann", sagte Buschkow.

"Kleines, aber schlagkräftiges Team"

An der Seite des Aacheners Sascha Klein hat Hausding im Synchronspringen vom Turm den EM-Hattrick im Visier. Bei Olympia 2008 in Peking hatte das Duo Silber gewonnen. Im Einzel-Wettkampf könnten sich beide ein heißes Duell um Gold liefern - zumal die Teilnahme des 16 Jahre alten britischen Weltmeisters Thomas Daley fraglich ist.

Insgesamt gehen alle acht DSV-Teilnehmer mit Medaillenchancen an den Start. Rückenprobleme plagen allerdings die Berlinerin Nora Subschinski. Aus diesem Grund hat Katja Dieckow auf dem 3-m-Brett in Uschi Freitag auch eine neue Synchronpartnerin an ihrer Seite. "Das ist aber keine so große Umstellung. Wir passen von der Athletik und Sprungtechnik gut zusammen", sagte Dieckow, die noch mit einer leichten Erkältung zu kämpfen hat.

Buschkow ist überzeugt: "Wir haben ein kleines, aber schlagkräftiges Team." Auch den "Aufgalopp" am heutigen Montag nehmen die Springer ernst. Beim Team-Event, einem Testwettkampf, wollen sich Klein und Christin Steuer von ihrer guter Seite präsentieren. Bei der Premiere beim Weltcup Anfang Juni in China hatte das Duo Platz fünf belegt.