Kayseri (SID) - Für die Youngster ist Kapitän Steffen Hamann die Galionsfigur, für Bundestrainer Dirk Bauermann bei der Basketball-WM als erfahrener "Haudegen" einfach unersetzlich. Der 29 Jahre alte Guard ist nicht zuletzt wegen seiner 111 Länderspiele einer der drei Routiniers im aktuellen Kader der Nationalmannschaft.

"Steffen ist in meinen Augen der komplette Aufbauspieler. Er hat mit seiner Größe von 1,94m, seiner Übersicht und seiner Erfahrung all das, was man auf internationalem Niveau braucht", beschreibt der DBB-Coach die Qualitäten seines Schützlings, dem in der Nationalmannschaft zumeist eine besondere Aufgabe zuteil wird.

"Steffen ist auf seiner Position gesetzt"

Hamann ist in der Regel für die "Spezialbehandlung" des gegnerischen Aufbauspielers zuständig. Dann wird aus dem außerhalb des Spielfeldes meist ruhigen Bayern ein wahrer Terrier, der sich an seiner Aufgabe buchstäblich festbeißt, seine Athletik und Schnelligkeit ausspielt. "Deshalb ist Steffen auf seiner Position gesetzt", verkündete Bauermann schon vor der WM.

Der 52-Jährige weiß, was er an Hamann hat, denn er betreute und förderte ihn schon in gemeinsamen Bundesliga-Zeiten in Bamberg. 2005 und 2007 gewannen sie dort zusammen zwei deutsche Meisterschaften, bevor sich Bauermann auf seine Tätigkeit beim Deutschen Basketball Bund (DBB) konzentrierte und Hamann zum Abo-Meister Alba Berlin wechselte.

Abschied aus Berlin

Dort verabschiedete er sich im Sommer jedoch im Unfrieden, nachdem er sich öffentlich über Alba-Coach Luka Pavicevic beschwert und Manager Marco Baldi ihm Selbstüberschätzung und mangelnde Bereitschaft zur Weiterentwicklung vorgeworfen hatte. "Ich will mich da nicht einmischen. Ich sage nur so viel: Ich habe Steffen immer als hart an sich arbeitenden Spieler erlebt. Ich glaube, dass es hier darum geht, sich in einem schwer zu begründenden Prozess zu rechtfertigen", konterte Bauermann jüngst in einem Interview mit Sport1. Berlin ist mit seinem teuren Kader seit zwei Jahren ohne Meistertitel.