München (SID) - Erst drohte er mit Rücktritt, jetzt ist er gesundheitlich angeschlagen - die Zukunft von Willy Bogner als Chef der Münchner Olympia-Bewerbung für 2018 ist ungewiss. Der zuletzt heftig in die Kritik geratene 68-Jährige bestätigte auf dem Sports Venue Summit in München eine Darmerkrankung. Das bringt neue Probleme für die angeschlagene Bewerbung, die Bayerns Staatskanzleichef Siegfried Schneider am Donnerstag bei Gesprächen im Pentagon retten soll.

"Ich kann keine Prognose abgeben. Das müssen die Ärzte entscheiden", sagte Bogner am Mittwoch auf die Frage nach möglichen Konsequenzen seiner Darmproblematik: "Ich hoffe, dass es weggeht, aber das ist ein Faktor. Die Gesundheit ist das Wichtigste."

"Eine ernstzunehmende Sache"

Derzeit nimmt Bogner Medikamente, im schlimmsten Fall könnte eine Operation drohen: "Das ist eine ernstzunehmende Sache. Ich darf das nicht verschleppen." Als Gründe für die Erkrankung nannte Bogner auch "psychische Faktoren". Er war unter anderem in die Kritik geraten, weil er in einem Brief an die Gesellschafter der Bewerbung mit seinem Rücktritt gedroht hatte, falls das Budget nicht erhöht wird. Der Etat wurde daraufhin von 30 auf 33 Millionen Euro aufgestockt.

Auch jetzt findet Bogner seine zweifelhafte Vorgehensweise noch richtig: "Dass der Brief drei Millionen gebracht hat, ist doch gut. Wenn ich die restliche Summe mit einem Brief bekommen würde, würde ich das wieder tun." Bogners größtes Problem sind derzeit jedoch die festgefahrenen Verhandlungen mit Grundstückseigentümern in Garmisch-Partenkirchen, die benötigte Flächen für die Winterspiele nicht herausrücken wollen. Deshalb gab es Anfang der Woche ein Gespräch mit Conrad Robert Tribble, dem Generalkonsul der USA in München.

Golfplatz soll für die Winterspiele genutzt werden

Ein Golfplatz in Garmisch-Partenkirchen soll für die Winterspiele genutzt werden und damit den Großteil der Grundstücksprobleme unter der Zugspitze lösen. Das Gelände unterliegt dem NATO-Truppenstatut, daher müssen die Amerikaner der jeweiligen Nutzung zustimmen. "Da ist Kooperationsbereitschaft da. Allen ist klar, dass das Bedeutung für uns und die transatlantischen Beziehungen hat", sagte Bogner nach dem Gespräch. Das endgültige Okay soll der in die USA gereiste Staatskanzleichef Schneider am Donnerstag mit Vertretern des US-Verteidigungsministeriums einholen.