Hamburg (SID) - Die Entscheidung naht, das Ultimatum ist gestellt: Die Hängepartie um DFB-Sportdirektor Matthias Sammer soll nach dem Willen von Präsident Dr. Theo Zwanziger am heutigen Freitag ein Ende finden. Bei der turnusmäßigen Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main soll sich der 43-Jährige erklären, ob er seinen noch bis Sommer 2013 laufenden Vertrag erfüllen oder in gleicher Funktion in die Bundesliga zum Hamburger SV wechseln wird.

Zwanziger fordert klare Aussage

"Ich will von Matthias eine klare Aussage", zitiert der kicker den Verbandsboss. Sammer hatte in den vergangenen Tagen jegliche Äußerung über einen möglichen Wechsel vermieden. Die Hanseaten haben nach eigenen Aussagen bereits mit dem Europameister von 1996 verhandelt. Am Dienstag hatte sich der neugewählte HSV-Aufsichtsrat bei seiner konstituierenden Sitzung einstimmig für eine Verpflichtung des 43-Jährigen ausgesprochen

Laut DFB hat Sammer jedoch zumindest bisher dem Verband gegenüber nicht den Wunsch geäußert, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Generalsekretär Wolfgang Niersbach: "Es gibt kein Signal, dass der Vertrag aufgelöst werden soll."

Baustelle van Nistelrooy sorgt für Unruhe

Sammer hin, der abwanderungswille Ruud van Nistelrooy her - nicht jedem beim Hamburger SV fällt es da leicht, sich wieder auf das Fußballspielen zu konzentrieren. Und so sieht sich Mannschaftskapitän Heiko Westermann vor dem Bundesliga-Heimspiel heute (20.30 Uhr/Sky und Liga total!) genötigt, Teamkollegen und Vereinsumfeld darauf hinzuweisen, dass Gegner Eintracht Frankfurt nur einen Punkt hinter den Hanseaten auf Platz acht der Tabelle steht.

"Wir können und müssen die Diskussionen der vergangenen Tage ausblenden. Es wäre fatal, jetzt locker zu lassen. Auch in der Vorrunde haben wir die ersten beiden Spiele gewonnen und dann Probleme bekommen", sagte der 27-Jährige zum Saisonauftakt im vergangenen August. Diesmal soll der sportliche Absturz ausbleiben, seinerzeit auch durch zahlreiche Verletzungen und Sperren zustande gekommen.