Mailand (SID) - Ibrahimovic, Merkel, Robinho - beim Studium der Torschützen des AC Mailand kam mancher Fußball-Fan ins Stocken. Denn in die Weltstars fügte sich ein deutsches Talent ein, von dem bis vor wenigen Tagen selbst eingefleischte Fans noch nichts gehört hatten. Doch nun verzaubert das "Baby-Genie" (Corriere dello Sport) Alexander Merkel ganz Mailand.

Die Karriereleiter erklimmt der 18-Jährige im Eiltempo. Kurzeinsatz in der Champions League, Debüt in der Serie A, nun beim 3:0 (2:0) im Pokal-Achtelfinale gegen AS Bari das erste Pflichtspiel-Tor, dazu eine sehenswerte Vorlage. Alles innerhalb von sechs Wochen.

Merkel selbst spielte seine Leistung herunter. Er sei "überglücklich", erklärte er nach seinem großen Tag, müsse natürlich den Kollegen danken und habe bei dem Assist "Robinho einfach nur den Ball geben müssen".

Funktionäre voll des Lobes

Die Funktionäre und meisten Medien waren dagegen voll des Lobes. "Merkel bringt Schwung. Er ist ein Trumpf in der Hand von Trainer Allegri", konstatierte Tuttosport, der Corriere dello Sport schrieb unter einem großen Foto mit Merkels Torjubel: "Er hat viel Potenzial, und wir werden noch viel von ihm hören."

Derweil gab Milans Vize-Präsident Adriano Galliani zu Protokoll, er sei "glücklich, denn es ist schon eine Weile her, dass Spieler aus einem Jugendteam in einem Pflichtspiel getroffen haben". Gleichzeitig stellte er klar, dass der deutsche Spielmacher auf keinen Fall abgegeben werde, "denn er ist wichtig für die Mannschaft". Coach Massimiliano Allegri lobte: "Merkel ist ein talentierter Spieler, und er verbessert sich ständig."

Mit seinem dritten Pflichtspiel-Einsatz hat sich der deutsche U19-Nationalspieler also wieder ein Stück näher an die Stammelf des italienischen Tabellenführers gespielt. Dabei ist er auf der Homepage nicht einmal im Kader aufgeführt. 27 Spieler des Profikaders werden dort auf Fotos vorgestellt, der "blondeste Milan-Spieler seit Karl-Heinz Schnelliger" (FAZ) fehlt.