Jönköping (SID) - Matchwinner Silvio Heinevetter ballte nach der WM-Überraschung die Fäuste, Bundestrainer Heiner Brand lief strahlend zwischen seinen Schützlingen umher: Die Leistungsexplosion von Jönköping löste bei den deutschen Handballern die pure Freude aus. Nach dem 27:24 (15:13) gegen den bis dahin unbesiegten Olympiazweiten Island darf der Ex-Weltmeister weiter vom Halbfinale und den Sommerspielen 2012 in London träumen.

"Bei uns hat vieles geklappt. Wir haben von Anfang an eine sensationelle Einstellung gezeigt. Jeder hat für den anderen gekämpft. Da hat es Spaß gemacht, von außen zuzuschauen", sagte Brand.

Für das punktlos in die zweite Turnierphase gestartete DHB-Team waren vor 5500 Zuschauern in der Kinnarps Arena Sebastian Preiß (TBV Lemgo) und Christian Sprenger (THW Kiel/jeweils fünf Tore) die besten Werfer. Zum Matchwinner wurde aber Torhüter Heinevetter (Füchse Berlin), der in den entscheidenden Phasen Weltklasseparaden zeigte. "Er hat uns ein paar Big Points gebracht", meinte Brand, während Preiß den Teamgeist lobte: "Wir sind diesmal sehr geschlossen aufgetreten."

Mindestziel Platz sieben

Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) steht in den noch ausstehenden Hauptrundenpartien am Montag (18.15 Uhr) gegen Ungarn und am Dienstag (16.15) gegen Norwegen aber weiter unter Zugzwang. Mindestens der siebte WM-Platz muss erreicht werden, um am olympischen Qualifikationsturnier im April 2012 teilnehmen zu können. Um ins Halbfinale zu kommen, ist in der Hauptrundengruppe I Tabellenplatz zwei notwendig.

Nach einer insgesamt enttäuschenden Vorrunde und der auf den letzten Drücker gesicherten Hauptrunden-Teilnahme zeigte die Brand-Sieben gegen die mit elf Bundesliga-Legionären gespickten Isländer ein anderes Gesicht. Gestützt auf einen starken Keeper Heinevetter, der überraschend den Vorzug vor Johannes Bitter erhielt, kaufte die aufmerksame deutsche Deckung dem Favoriten gleich zu Beginn den Schneid ab.

Besonders Islands Weltstar Olafur Stefansson vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen hatte das DHB-Team gut im Griff und zog Mitte der ersten Halbzeit erstmals mit fünf Treffern davon (9:4/16.). Nicht zuletzt, weil die deutsche Mannschaft, die in der Vorbereitung die letzten beiden Tests gegen die Isländer verloren hatte, die gegnerische Defensive immer wieder erfolgreich hinterlief. Davon profitierten vor allen Dingen Kreisläufer Preiß und Rechtsaußen Sprenger.