Heerenveen (SID) - Müde, kraftlos und weit weg von den Medaillen: Jenny Wolf erlebte bei der Sprint-WM in Heerenveen einen schmerzhaften Einbruch. Die Eisschnellläuferin aus Berlin musste sich nach einem enttäuschenden 1000-m-Rennen zum Abschluss mit Rang acht begnügen und verpasste erstmals seit 2007 eine Medaille bei der Sprint-WM. Es gewann die Kanadierin Christine Nesbitt (152,220 Punkte) vor den Niederländerinnen Annette Gerritsen (154,015) und Margot Boer (154,025).

"Das ist hart. Ich bin enttäuscht. Wenn man so einen schlechten 1000-m-Lauf hinlegt, wird man logischerweise durchgereicht", sagte Wolf nach Platz 21 über 1000m. Teamchef Helge Jasch meinte: "Wir haben bis zuletzt auf eine Medaille gehofft. Schade, dass es nicht gereicht hat."

Im niederländischen Eisschnelllauf-Mekka zeigte Wolf zuvor auch auf ihrer Paradestrecke über 500m trotz zweier Siege ungewohnte Schwächen und ließ wichtige Punkte liegen. Im ersten Lauf patzte sie auf der Zielgeraden. "Da fehlte mir die Kraft. Ich habe noch nicht den Leistungsstand erreicht, den ich gerne hätte", so Wolf.

Schwacher Start von Wolf

Im zweiten Lauf reichte es ebenfalls nur zu einer soliden 38,33. Der Start geriet sogar zum Desaster. "Ich kann mich nicht erinnern, dass Jenny mal eine 10,5 über auf den ersten 100m gelaufen ist", sagte Trainer Thomas Schubert: "Sie ist einfach zu müde."

Eine Woche nach ihrer Hochzeit konnte sich Wolf am ersten Tag noch auf der ungeliebten 1000-m-Strecke steigern und wahrte dank Saisonbestzeit (1:17,36) ihre Medaillenchance. "Da habe ich mich selbst ein wenig gewundert", sagte Wolf. Am zweiten Tag aber folgte auf dem Kilometer der Frust mit Rang 21 in 1:19,07. Am Ende kam sie auf 154,755 Punkte. Die Olympiazweite will nun schnell Frische tanken, um bei der Einzelstrecken-WM Mitte März in Inzell wieder auf dem Treppchen zu stehen.

In Wolfs Schatten zeigte die Erfurterin Judith Hesse (156,105) an beiden Tagen eine solide Vorstellung und erfüllte mit Rang elf die Erwartungen. Gabriele Hirschbichler (Inzell/158,075) indes lief der Konkurrenz hinterher und musste sich mit Rang 20 begnügen.