Berlin (SID) - Er ist noch immer Rekordspieler von Dynamo Dresden und wurde einst "Beckenbauer des Ostens" getauft - an seinem 60. Geburtstag am Dienstag geht Hans-Jürgen "Dixie" Dörner dem großen Trubel aber lieber aus dem Weg. "Ich feiere lieber in aller Ruhe mit der Familie", sagte Dörner dem kicker. Eine besondere Bedeutung hat der runde Geburtstag für ihn ohnehin nicht: "Ich bin nur erstaunt, wie unheimlich schnell die letzten 20 Jahre seit der Wende vergangenen sind."

Der Olympiasieger von 1976 war einer der besten Spieler der DDR. Für Dynamo Dresden lief Dörner 392-mal in der Oberliga auf und erzielte dabei 65 Tore. In 65 Europapokalspielen traf der Libero siebenmal, 100 Länderspiele absolvierte Dörner für die DDR-Auswahl und wird damit in der bundesweiten Rekordliste immer noch an siebter Stelle gelistet.

Kurze Amtszeit in Bremen

Nach der Wende gehörte Dörner bis 1996 zum Trainerstab des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), danach verpflichtete ihn Werder Bremen. Zwar rettete er den Traditionsverein vor dem Abstieg, doch nach einem schwachen Saisonstart wurde Dörner im August 1997 entlassen. "Ich habe in Bremen sicher Fehler gemacht und hätte mich mehr durchsetzen müssen", sagte Dörner rückblickend.

Danach ergatterte Dörner nie wieder einen Top-Job. Über Zwickau, Kairo und Leipzig führte ihn sein Weg zum Radebeuler BC, den er 2009 in die Sachsenliga führte. "Dass es überhaupt keine Angebote mehr gab, hätte ich nicht vermutet. Das hat mich enttäuscht", sagte Dörner. Seit 2010 ist Dörner sportlicher Berater bei Dynamo Dresden.

Dass er es in der Bundesliga nicht geschafft hat, ist Dörners Meinung nach auch seiner Herkunft geschuldet. "Damals war man der Meinung, dass Trainer aus meiner Region zwar gut ausgebildet waren, sich aber nicht verkaufen konnten", sagte der fünfmalige DDR-Meister.

Seine Zukunft sieht der gebürtige Görlitzer in Dresden. Zusammen mit anderen altgedienten Spielern will Dörner den Verein wieder in das richtige Fahrwasser lenken und sich somit als Berater vielleicht doch noch mal den Traum von der Bundesliga zu erfüllen. Am liebsten wohl zum 70. Geburtstag.