Köln (SID) - Lukas Piszczek vom Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund hat sich im Dezember 2009 wegen der Mittäterschaft bei einer Spielmanipulation in seiner Heimat Polen selbst angezeigt. Konsequenzen seines jetzigen Arbeitgebers - der Abwehrspieler steht seit sieben Monaten beim BVB unter Vertrag steht - muss Piszczek aber ebenso nicht befürchten wie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB).

"Ich habe mit ihm nicht über den eigentlichen Fall gesprochen, habe ihm aber gesagt, dass er meine maximale Unterstützung hat. Das ist keine Bagatelle, und man muss auch nicht so tun. Aber wenn man relativ weit hinten steht in der Hierarchie und andere so etwas tun, ist es schwer, sich rauszunehmen. In Polen ist das abgeschlossen und für uns sowieso", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Spiel der Borussia am Samstag (15.30 Uhr, Sky und Liga total!) beim VfL Wolfsburg.

Zorc betrachtet Vorgang als abgeschlossen

"Der Vorgang ist uns bekannt. Lukas hat uns informiert, nachdem er seine Aussagen bei der Staatsanwaltschaft gemacht hat. Sein Handeln ist eine Verfehlung, aber es spricht für ihn, dass er sich selbst ohne fremden Druck angezeigt hat. Wir betrachten das als einen in Polen abgeschlossenen Vorgang", erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc dem Fachmagazin kicker.

Der DFB wird nachträglich keine Ermittlungen aufnehmen. "Zur Aufklärung des Tatvorwurfs ist der DFB-Kontrollausschuss mangels Zuständigkeit nicht berufen", sagte der DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner.

Vorfall aus der Saison 2005/2006

Es geht um einen Vorfall, der sich am letzten Spieltag der Saison 2005/2006 ereignete. Damals spielte Piszczek als Leihgabe bei Zaglebie Lubin. Der Klub benötigte für die UEFA-Cup-Qualifikation noch einen Punkt. Nach kicker-Recherchen soll die Mannschaftsführung beschlossen haben, das Spiel für umgerechnet rund 25.000 Euro zu kaufen. Die Begegnung endete 0:0. Piszczek gehörte nicht zum Kader, soll aber im Zuge der Manipulation auch Geld bezahlt haben. Ältere Spieler sollen Zeugenaussagen zufolge in der Sache Druck auf die jüngeren ausgeübt haben.