Kristianstad (SID) - Trotz eines kläglichen Auftritts seiner einstigen Gold-Jungs zum Abschluss der Alptraum-WM will Bundestrainer Heiner Brand seinen bis 2013 laufenden Vertrag offenbar erfüllen. "Ich weiß schon, wo es hingeht. Beide Seiten müssen aber über gewisse Dinge reden. Nach so einem Turnier kann man nicht sagen, man geht zur Tagesordnung über", sagte Brand nach dem 40:35 (27:27/13:12)-Zittersieg nach zweimaliger Verlängerung gegen Argentinien im Spiel um Platz elf in Kristianstad.

Am Montag will sich der 58-Jährige in Gummersbach mit DHB-Präsident Ulrich Strombach und "Vize" Horst Bredemeier treffen, um das schlechteste Abschneiden einer deutschen Mannschaft in der 73-jährigen WM-Geschichte zu analysieren.

Tiefpunkt einer indiskutablen WM

Die abschließende Partie gegen den Panamerikameister war der Tiefpunkt einer schwachen WM. "Wenn man sich das Turnier vor Augen hält, dann konnte man sich schon denken, dass wir uns gegen Argentinien schwer tun", sagte Abwehrspezialist Oliver Roggisch, während Keeper Johannes Bitter nach der erst im Schlusspurt abgewendeten kompletten WM-Schmach feststellte: "Wir haben derzeit nicht die Qualität, um ganz oben dabei zu sein."

Vor 1000 Zuschauern waren Holger Glandorf (9 Tore) und Uwe Gensheimer (9/2) die erfolgreichsten Werfer der enttäuschenden Brand-Sieben, die durch die 25:35-Pleite zwei Tage zuvor gegen Norwegen ihre Teilnahme an den Qualifikationsturnieren für Olympia 2012 in London verspielt hatte. Mindestens WM-Platz sieben wäre nötig gewesen, um die Chance auf die Sommerspiele im nächsten Jahr zu wahren.

Wie bereits im gesamten WM-Verlauf zeigten die Deutschen auch gegen Argentinien große Schwächen in Angriff und Abwehr. Brand gab erstmals Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen, Kreisläufer Jacob Heinl und Rechtsaußen Patrick Groetzki von Beginn an eine Bewährungschance.

Knappe Halbzeit-Führung