Cesana (SID) - Tatjana Hüfner raste mit einer "Freiflugeinlage" zu Gold, Felix Loch fand in Lokalmatador Armin Zöggeler seinen Meister: Die beiden deutschen Rodel-Olympiasieger hatten im italienischen Cesana ihren jeweils dritten WM-Titel im Visier, doch nur Hüfner konnte sich diesen Traum erfüllen. Die 27-Jährige aus Oberwiesenthal hielt trotz eines groben Fahrfehlers im ersten Lauf dem Druck stand.

"Das war eine Freiflugeinlage von mir. Die hat Nerven gekostet und mich gewurmt", sagte Hüfner und gab zu, dass der Druck vor dem zweiten Durchgang trotz der Führung enorm war: "Ich hatte am Start ein mulmiges Gefühl im Magen. Ich bin überglücklich, dass es am Ende zum ersten Platz gereicht hat."

Fauxpas in Kurve 16

Der Fauxpas war ihr in Kurve 16 auf der Olympiabahn von 2006 unterlaufen, in die sie zu spät eingelenkt hatte und dadurch deutlich von der Ideallinie abgekommen war. Im zweiten Durchgang gab die Perfektionistin der Konkurrenz jedoch eine Lehrstunde in Sachen Fahrgefühl und Schlittenbeherrschung.

Am Ende lag sie 0,247 Sekunden vor Teamkollegin Natalie Geisenberger (Miesbach). Alex Gough gewann als Dritte die erste WM-Medaille einer kanadischen Rodlerin überhaupt. Anke Wischnewski (Oberwiesenthal) wurde Fünfte vor WM-Debütantin Carina Schwab (Berchtesgaden).

Durch ihren dritten WM-Triumph nach 2007 und 2008 rückte die überragende Weltcupführende Hüfner auf Platz vier der ewigen Bestenliste vor. Diese führt noch immer die ehemalige DDR-Rodlerin Margit Schumann mit vier WM-Titeln an.

Loch mit Platz zwei zufrieden