Bremen (SID) - Immerhin, auf der Tribüne des Weserstadions sitzen und die Daumen drücken, das zumindest kann Naldo schon wieder. Aber Werder Bremen direkt im Abstiegskampf helfen, der am heutigen Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) mit dem Bundesliga-Nordderby gegen Hannover 96 fortgesetzt wird, das wird der Brasilianer bis auf weiteres nicht tun können. Seit mehr als einem halben Jahr wegen eines Knochenödems im Knie außer Gefecht, wird sich die Leidenszeit des Innenverteidigers nach einer Knorpeloperation im Januar in Brasilien um mindestens weitere sechs Monate verlängern

Dass angesichts einer derart langen Zwangspause über ein vorzeitiges Karriere-Ende spekuliert wird, ist für Naldo nachvollziehbar. "Ich bin und bleibe optimistisch. An ein Ende meiner Laufbahn denke ich überhaupt nicht", sagt der Südamerikaner, dessen langes Fehlen zweifellos maßgeblich zur sportlichen Talfahrt der Hanseaten beigetragen hat.

Naldo wird schmerzlich vermisst

Vor allem Nationalspieler Per Mertesacker litt unter der Dauerabstinenz seines Nebenmanns, die Innenverteidigung der Norddeutschen machte in vielen Spielen keinen sicheren Eindruck. Zudem wurde Naldo auch in der Offensive als torgefährlicher Kopfballspieler bei Standardsituationen und als gefürchteter Scharfschütze bei Freistößen vermisst.

Triumphe im DFB-Pokal, Spiele in der Champions League - das alles möchte der viermalige Nationalspieler an der Weser gerne wieder aktiv miterleben. Doch aktuell, das weiß auch Naldo, geht es in Bremen nur noch um den Klassenerhalt: "Es ist nicht schön, dabei jetzt zuschauen zu müssen und nicht helfen zu können. Aber die Mannschaft wird das schon packen."

Umstrittene Knie-OP

Ob es Naldo noch einmal packt? Schließlich war und ist der operative Eingriff am Knie des 28-Jährigen bei Medizinern umstritten. Sowohl Bremens Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski als auch Bayern-Doc Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatten dem "brasilianischen Patienten" von einer OP abgeraten. Ein Spezialist in der Heimat jedoch empfahl Naldo, die konservative Behandlung abzubrechen.