Karlsruhe (SID) - Der deutsche Stabhochsprung-Rekord durch Silke Spiegelburg und drei Jahres-Weltbestleistungen krönten das Leichtathletik-Hallen-Meeting in der Karlsruher Europahalle. Die Leverkusenerin steigerte am Sonntag ihre deutsche Bestmarke um einen Zentimeter auf 4,76m und stellte damit 100-m-Europameisterin Verena Sailer klar in den Schatten. Im ersten Hallenrennen seit ihrem EM-Bronze 2009 wurde die Mannheimerin über 60m in 7,28 Sekunden Dritte.

"An diesen Rekord hatte ich heute fast nicht mehr geglaubt", meinte die freudestrahlende Silke Spiegelburg. Die EM-Zweite übertraf im letzten Versuch ihre zwei Jahre alte Bestmarke vom Silber bei der Hallen-EM 2009 in Turin um einen Zentimeter. Spiegelburg ist damit Dritte der Weltrangliste 2011, die Russlands Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa mit 4,85m anführt.

Verena Sailer, die nach einer Verletzung vom Dezember spät in die Hallensaison startete, deutete drei Wochen vor der Hallen-EM in Paris (4. bis 6. März) an, dass die Zeit noch reichen könnte. Nach 7,31 Sekunden im Vorlauf konnte sie Maria Ryemjen (Ukraine/7,15) und die Norwegerin Ezienne Okparaebo (7,17) nicht gefährden. Doch wie beim EM-Triumph von Barcelona 2010 lag sie vor der Französin Veronique Mang, Vierte in 7,33.

Drei Läufer mit Jahres-Weltbestmarken

Für die Jahres-Weltbestmarken sorgten drei Läufer aus Übersee. Im Finale über 60m Hürden zeigte sich Kellie Wells (USA) in 7,82 Sekunden erneut verbessert. Im Vorlauf über 60m steigerte Kim Collins (St. Kitts) ebenfalls seine eigene Bestmarke auf 6,50 Sekunden, unterlag im Finale jedoch nach einer Oberschenkelverletzung dem Jamaikaner Lerone Clarke (6,52). Über 3000m lief Mercy Njoroge (Kenia) in 8:42,75 Minuten die bisher beste Hallenzeit 2011.

Nur um 0,03 Sekunden lief David Oliver (USA) als Sieger über 60m Hürden in 7,40 an seiner Jahres-Weltbestzeit vorbei. Als Dritter zeigte sich Chinas Ex-Weltrekordler Liu Xiang in 7,55 verbessert. Im Weitsprung reichten Ignisiu Gaisah (Ghana) 7,97m zum Sieg, als Dritter verpasste Hallen-Europarekordler Sebastian Bayer (Hamburg) mit 7,95m die angestrebten acht Meter.

Enttäuschend das Resultat des Hochsprungs, bei dem die WM-Dritte Ariane Friedrich (Frankfurt) nach ihrem Achillessehnenriss vor Weihnachten schmerzlich vermisst wurde. Beim Aufeinandertreffen von drei 2-m-Springerinnen reichten der vergangene Woche auf 2,04m verbesserten Italienerin Antoinetta Di Martino 1,92m zum Sieg vor der höhengleichen Russin Wiktoria Klugina.