Bremen (SID) - Thomas Schaaf stand noch lange nach dem Abpfiff fast regungslos auf dem Rasen und versuchte, den weiteren Rückschlag im Abstiegskampf zu verdauen. Trotz eines Sturmlaufs hatte sich Werder Bremen im Nordderby gegen Hannover 96 mit einem mageren 1:1 (0:1) zufrieden geben müssen und schwebt als 14. weiter in akuter Abstiegsgefahr. Die Uhr für den ehemaligen Erfolgstrainer Schaaf und seine Bremer tickt. "Nicht irgendwann, sondern möglichst bald müssen wieder drei Punkte her", sagte Schaaf nach seinem 400. Spiel auf der Werder-Bank.

Dass es gegen überhaupt zu einem Punkt reichte, war Nationalspieler Per Mertesacker zu verdanken. Der baumlange Innenverteidiger bewahrte Werder mit seinem Ausgleichstreffer in der 50. Minute nach dem Rückstand durch Didier Ya Konan (26.) zumindest vor der fünften Heimniederlage.

"Für uns geht es um jeden Punkt. Der Punkt ist für uns zu wenig, wir hatten uns vorgenommen, dass Spiel zu gewinnen. Wir haben endlich mal wieder läuferisch und kämpferisch überzeugt", sagte Mertesacker im Gespräch bei Sky 90 und versuchte, Optimismus zu verbreiten: "Ich stand schon mal vor sieben Jahren mit Hannover so tief unten drin. Ich bin da Profi, ich habe keine Angst."

Aufbauarbeit betrieb auch Schaaf: "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie gewinnen will und dass sie sich gegen die Situation stemmt. Der Wille und die Begeisterung waren da, und das zählt für mich", sagte Schaaf. "Wir haben versucht, die Entscheidung herbeizuführen."

Hannover beginnt mit Paukenschlag

Doch vor 39.500 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion sorgte Hannover für den ersten Paukenschlag. Torjäger Ya Konan tanzte in der 26. Minute sowohl Michael Silvestre als auch Mertesacker aus und ließ Werder-Torwart Sebastian Mielitz mit einem platzierten Flachschuss in die lange Ecke keine Abwehrchance. Es war bereits das elfte Saisontor des Hannoveraner Stürmers, dessen Einsatz wegen einer Knieverletzung lange fraglich gewesen war.

Nach Mertesackers Ausgleich hätten sich die Gäste nicht über einen weiteren schnellen Gegentreffer beklagen dürfen, denn wie fast während der gesamten Partie gaben die Platzherren weiter den Ton an. Bereits in der Auftaktviertelstunde hatten die Gäste drei gefährliche Situationen zu überstehen. In der 9. und 12. Minute klärte jeweils 96-Torhüter Ron-Robert Zieler gegen Claudio Pizarro beziehungsweise Marko Arnautovic. Chancenlos wäre der Nachwuchs-Keeper in der 14. Minute gewesen, doch ein abgefälschter Schuss von Werder-Kaptiän Torsten Frings ging nur ans Außennetz.