Frankfurt/Main (SID) - Der "Fall Ioannis Amanatidis" wird beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt für Trainer Michael Skibbe und Vorstandschef Heribert Bruchhagen zur Zerreißprobe. Nur fünf Tage nach dem Alleingang von Skibbe bei der Suspendierung des griechischen Angreifers stellte Bruchhagen dem "Enfant terrible" der Hessen eine Rückkehr in den Kader in Aussicht.

"Ich werde darauf einwirken. Wenn sich im sportlichen Bereich etwas verändert, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Ioannis Amanatidis wieder in die Mannschaft zurückkehrt", sagte Bruchhagen und pfiff seinen Trainer damit in der Causa Amanatidis zurück. Dass der bei der Eintracht noch bis 2012 unter Vertrag stehende Grieche sein hohes Gehalt auf der Tribüne absitzt, ist für Eintracht-Boss Bruchhagen offenbar undenkbar. Zudem steht der freie Fall in der Liga sowie die Sturm-Misere im Widerspruch zu der Suspendierung von Amanatidis.

Die Aussage von Bruchhagen sorgt bei den Hessen, die in den fünf Spielen der Rückrunde ohne Torerfolg und Sieg sind, einmal mehr für reichlich Diskussionsstoff. Denn die Autorität von Skibbe leidet in Frankfurt zusehends. Der Eintracht-Coach hatte den Griechen erst zwei Tage vor der Niederlage gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Samstag (0:3) suspendiert - allerdings ohne sein Vorgehen mit Bruchhagen abzusprechen. Der 29-jährige Amanatidis hatte vor seinem Rausschmuss einmal mehr öffentlich seine Reservistenrolle beklagt, die Skibbe mit mangelnder Fitness begründet hatte.

Trainer und Mannschaft skeptisch

"Amanatidis spielt keine Rolle mehr in meinen Planungen", hatte Skibbe am Donnerstag unmissverständlich erklärt. Amanatidis meinte unterdessen, er werde sich ab sofort für einen anderen Verein fithalten. "Ich war noch nie gelassener als in der aktuellen Situation. Ich habe schon soviel erreicht", sagte der Grieche, der bei der Eintracht mit über zwei Millionen Euro per annum zu den Topverdienern gehört.

Auch in der Mannschaft rumort es wegen Amanatidis. "Klar, dass diese Geschichte nicht förderlich ist. Aber der Trainer ist der Chef. Und er hat seine Linie", sagte Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler. Beenden könnte das Theater alleine ein Erfolgserlebnis, doch die Frankfurter müssen aufpassen, als derzeit schlechtestes Rückrundenteam nicht durchgereicht zu werden. Vor allem die Not im Angriff und die Torflaute von Theofanis Gekas lässt das Thema Amanatidis bei den Fans erneut hochkochen.

Deshalb forderte auch Eintracht-Präsident Peter Fischer am Sonntag, dass sich Skibbe und Amanatidis "wie Männer in einen Raum einschließen und die Situation bereinigen" sollen. "Für Ioannis ist die Tür nicht zu. Es gibt sicher eine Möglichkeit, das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer wieder zu stabilisieren", sagte Fischer in der Sendung Heimspiel des Hessischen Rundfunks.