Berlin (SID) -

Claudia Pechstein erhält in ihrem Kampf um Sonderurlaub Unterstützung aus der Politik. Die Partei Die Linke hat Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) aufgefordert, den von der Berlinerin beantragten Sonderurlaub bis Mitte März zu gewähren und die Eisschnellläuferin wieder in die Sportförderung aufzunehmen.

"Jede Begabung, jede Spitzenleistung gilt es zu fördern, da sollte das Alter nicht die entscheidende Rolle spielen. Claudia Pechstein ist darüber hinaus so übel mitgespielt worden, dass sie den Sonderurlaub allemal verdient hat, um ihrem Olympianiveau noch näher zu kommen", sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, dem Berliner Kurier (Mittwochausgabe). Gysi fügte an: "Wenn das Innenministerium ihr den Sonderurlaub verweigerte, hieße das, ihr absichtsvoll den sportlichen Erfolg nicht zu gönnen. Das will ich mir lieber gar nicht erst vorstellen."

Auch Frank Tempel, Mitglied im Innen- und Sportauschuss des Bundestages, setzte sich für Pechstein ein: "Nach der zweifelhaften Sperre und dem darauf erfolgten Ausschluss von Claudia Pechstein aus der Sportförderung des Bundes sollte der Bundesinnenminister diese Entscheidung nun wieder zurücknehmen."

De Maiziere hatte Pechstein auch deshalb aus der Sportförderung genommen, weil die 38-Jährige für eine Teilnahme an Olympischen Spielen nicht mehr in Betracht komme. Nach Meinung von Tempel habe Pechsteins Qualifikation für den Weltcup am Wochenende in Salt Lake City (USA) allerdings bewiesen, dass sie immer noch eine Spitzenathletin sei. Deshalb sei auch der Sonderurlaub zu genehmigen.

Bislang wurde der Hauptmeisterin Pechstein von ihrem Dienstherrn de Maiziere bei der Bundespolizei bis Ende der Saison ein Erholungsurlaub gewährt. Die Läuferin fordert für den Kampf um Medaillen jedoch eine besondere Freistellung, um nicht ihren Jahresurlaub aufzubrauchen. "Ich bin mir sicher, dass wir unseren Antrag beim BMI durchbekommen", sagte Pechsteins Manager Ralf Grengel.

Pechstein kann am Freitag und Samstag beim Weltcup in Salt Lake City (USA) sowohl ihr Ticket für das Weltcup-Finale in Heerenveen als auch für die Einzelstrecken-WM in Inzell im März lösen. Bis zum 8. Februar war sie für zwei Jahre wegen erhöhter Blutwerte durch den Weltverband ISU gesperrt gewesen.