Stuttgart (SID) - Beim abstiegsgefährdeten Bundesligisten VfB Stuttgart kehrt vor dem Europa-League-Spiel bei Benfica Lissabon am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky und Sat.1) keine Ruhe ein. Trainer Bruno Labbadia hat am Dienstag Stürmer Ciprian Marica aus dem Kader verbannt. Zudem fällt Pawel Pogrebnjak für die Partie in Portugal und auch für das wichtige Ligaspiel bei Bayer Leverkusen mit einem Rippenbruch aus.

"Das Interesse der Mannschaft steht über dem Interesse des Einzelnen. Cipi ist nicht bereit, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Das ist keine Suspendierung, er wird bis auf Weiteres individuell trainieren", sagte der Trainer des Tabellen-17..

Marica soll während der Länderspielreise der rumänischen Nationalmannschaft in der vergangenen Woche in einer Zeitung Kritik an Labbadia geübt haben. Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz der rumänischen Auswahl distanzierte sich der 25 Jahre alte Angreifer jedoch von den Aussagen und bezeichnete diese als "Lügen". Daraufhin hatte es zwischen dem Trainer sowie Sportdirektor Fredi Bobic und Marica Gespräche gegeben.

Pogrebnjak erleidet Rippenbruch

Pogrebnjak stürzte am Dienstag im Training schwer und erlitt einen Rippenbruch. Der Russe ist neben Arthur Boka (Innenbandriss im Knie), Christian Gentner und Timo Gebhart bereits der vierte Stammspieler, der den Schwaben in der entscheidenden Saisonphase verletzt fehlt.

Der japanische Neuzugang Shinji Okazaki wird hingegen mit nach Lissabon reisen. Der Angreifer ist zwar immer noch nicht spielberechtigt, doch der VfB ist optimistisch, dass der 24-Jährige noch vor der Partie die Freigabe erhält. "Wir hoffen, dass wir ihn bis Donnerstag frei kriegen. Es liegt an der FIFA, und wir drängen darauf, dass schnell eine Entscheidung getroffen wird. Wir haben uns korrekt verhalten, aber aus unerfindlichen Gründen hat sein ehemaliger Verein Shimizu S-Pulse die Freigabe verweigert", sagte Bobic.

Dass der Abstiegskampf an den Nerven der VfB-Spieler zerrt, zeigte eine Szene aus einer Trainingseinheit am Sonntag. Torhüter Sven Ulreich soll Verteidiger Philipp Degen laut Medienberichten als "Scheiß-Schweizer" beschimpft haben. Labbadia ordnete an, dass sich Ulreich und Degen vor versammelter Mannschaft aussprechen. "Einer der beiden hat sich nicht korrekt verhalten und sich dafür entschuldigt", sagte Labbadia nach der Schlichtung und verzichtete auf weitere Maßnahmen gegen seine Nummer eins.