München (SID) - Torwart-Legende Sepp Maier traut Thomas Kraft zu, beim deutschen Rekordmeister Bayern München eine Ära zu prägen. "Ich habe damals schon gesagt, als Thomas 16, 17 Jahre alt war: Er hat die besten Anlagen. Meine Hoffnung ist: Kraft wird der neue Sepp", sagte der ehemalige Welt- und Europameister im Gespräch mit der Münchner Abendzeitung, und fügte hinzu: "Er schafft das locker."

Kraft wurde von Bayern-Trainer Louis van Gaal in der Winterpause zum neuen Stammtorhüter befördert und zeigte in seinen drei Ligaspielen und im DFB-Pokal-Viertelfinale gute Leistungen. Sein ehemaliger Torwarttrainer Maier beobachtet die Entwicklung des 22-Jährigen genau. "Thomas macht das sehr gut. Das freut mich wahnsinnig, er wirkt abgeklärt, hat ein ganz ruhiges, souveränes Torwartspiel", sagte Maier.

Von einer Verpflichtung des Schalker Keepers Manuel Neuer rät Maier seinem Ex-Klub ab: "Das Geld, die Millionenablöse für den Transfer, können sie sich sparen. Ich glaube: Wenn Thomas jetzt eine Super-Saison spielt, werden sie den Neuer nicht holen. Warum denn auch?"

Auch Nerlinger lobt Kraft

Auch Sportdirektor Christian Nerlinger lobte Kraft: "Thomas hat bislang gut gehalten, er macht einen stabilen Eindruck." Laut van Gaal ist trotz des Wechsels von Routinier Jörg Butt zu Kraft "Ruhe in der Verteidigung geblieben. Das ist sehr gut." Kraft habe natürlich auch Fehler gemacht, "aber auch einige fantastische Rettungen. Ich bin nicht unzufrieden, aber er hat noch einen langen Weg vor sich", sagte der Bayern-Coach vor dem Bundesliga-Spiel des Rekordmeisters am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) in Köln.

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge stellt dem 22-Jährigen eine Verlängerung seines am Ende der Saison auslaufenden Vertrages in Aussicht: "Wenn Thomas Kraft seinen Vertrag verlängern will, dann kann er morgen zu Christian Nerlinger ins Büro kommen und die Sache ist in fünf Minuten geklärt."

Kraft selbst will sich jedoch mit seiner Entscheidung Zeit lassen. Diese Bedenkzeit geben die FCB-Verantwortlichen dem Torhüter auch. "Wir haben mit Thomas' Management gesprochen und verabredet, dass die Sache keine Eile hat", sagte Nerlinger.