Frankfurt (SID) - Für den ersten großen Titel bei der EM 1989 gab's noch ein Kaffeeservice von Villeroy und Boch. Zwölf Jahre später winkt den deutschen Frauen bei der Heim-WM eine Rekordprämie in fast sechsstelliger Höhe. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) lobt für den dritten Titelgewinn in Folge pro Spielerin 60.000 Euro plus "erfolgsunabhängige Vergütungen" aus.

"Wir haben mit der Weltmeisterschaft im eigenen Land eine besondere Situation. Der tragen wir auch in Form der Prämien Rechnung. Ich weiß, mit welcher Gewissenhaftigkeit und mit welchem Eifer sich unsere Frauen auf dieses Turnier vorbereiten. Die Identifikation mit ihrer WM ist sehr groß - und diese Einstellung und Leistung wollen wir honorieren", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Für den WM-Titel 2007 in China hatte es 50.000 Euro gegeben, vier Jahre zuvor für den Triumph in den USA 15.000 Euro.

Männer hatten 2006 eine Prämie von 300.000 Euro

Zwanziger, seit Jahren Oberfan der DFB-Frauen, soll einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge die erste Verhandlungsrunde mit dem Spielerinnenrat der Nationalmannschaft mit Birgit Prinz an der Spitze abgebrochen haben. Die Frauen haben angeblich 100.000 Euro pro Kopf verlangt. Nach SID-Informationen könnte sich der letztendlich ausgehandelte Betrag durch die vom DFB in Aussicht gestellten Vergütungen von 60.000 auf bis zu 90.000 Euro erhöhen. Dabei handelt es sich um eine Beteiligung an den Sponsoring-Einnahmen und eine Sonderzahlung für das Engagement des Teams für die WM 2011.

Zwanziger hob in einer Pressemitteilung des DFB hervor, dass derartige Beträge bei künftigen Turnieren außerhalb Deutschlands nicht mehr bezahlt werden. Auch Diskussionen über eine Ungleichbehandlung zwischen den DFB-Frauen und -Männern beugte der DFB-Boss vor. Die Spieler von Bundestrainer Joachim Löw hätten im Fall eines Sieges bei der Heim-WM 2006 300.000 Euro erhalten.

Leistungsbezogene Prämien

"Allerdings möchte ich auch erwähnen, dass diese Zahlen kein Maßstab für künftige EM- oder WM-Turniere sein werden", erklärte Zwanziger: "Natürlich auch vor dem Hintergrund, dass die finanziellen Zuwendungen durch den Veranstalter FIFA sich zwischen einer WM der Männer und einer der Frauen sehr gravierend unterscheiden."